Die zunehmende Einführung von Künstlicher Intelligenz in Unternehmen hat eine weniger diskutierte Realität offenbart: KI-Systeme benötigen weiterhin menschliche Aufsicht und transformieren die Arbeit, anstatt sie zu eliminieren. In diesem Kontext entsteht das Konzept des Botsitting, definiert als die Zeit und Mühe, die Mitarbeiter für die Überwachung, Korrektur, Anleitung und Beaufsichtigung von KI-Systemen aufwenden.
Eine kürzlich durchgeführte Studie der Harvard Business Review, veröffentlicht im August 2026, kam zu dem Ergebnis, dass Arbeitnehmer durchschnittlich 6,4 Stunden pro Woche für Botsitting aufwenden, was einem praktisch ganzen Arbeitstag entspricht. Diese Zeit macht 37% der gesamten für die Interaktion mit KI aufgewendeten Zeit aus, leicht über den 36%, die für die Nutzung der Technologie zur Arbeitsproduktion aufgewendet werden.
Der Artikel, verfasst von Margarida Duarte, Senior Consultant der EY im Bereich People Consulting, warnt, dass diese Realität eine neue Schicht unsichtbarer Arbeit schafft, die Kompetenzen erfordert, die die Technologie nicht ersetzen kann: kritisches Denken, Analysefähigkeit, Kontextwissen, Urteilsvermögen und Verantwortung. Die Frage stellt sich auch auf Führungsebene, wobei Fragen auftauchen über die Verantwortung, wenn ein System einen Fehler macht, wie die Leistung von Fachleuten gemessen werden soll, die digitale Agenten beaufsichtigen, und welche Kompetenzen entwickelt werden müssen.
Die EY arbeitet täglich mit Organisationen zusammen, die danach streben, die Einführung von KI in nachhaltige Ergebnisse umzuwandeln, durch das Neudesign von Betriebsmodellen, die Vorbereitung von Teams, die Definition von Governance-Mechanismen und das Management der notwendigen Veränderung, um KI verantwortungsvoll zu integrieren. Der Artikel kommt zu dem Schluss, dass das wahre Potenzial der KI von der Fähigkeit abhängt, Technologie, Prozesse und menschliches Talent verantwortungsvoll und nachhaltig zu kombinieren.




