Die Vereinigung zur Verteidigung des Kulturerbes VIAN'ACORDA hat die Stadtverwaltung von Viana do Castelo beschuldigt, die Bauarbeiten für den neuen Mercado Municipal fortzusetzen und dabei mehrere gesetzliche Vorschriften zu verletzen. Das Verwaltungs- und Steuergericht von Braga hat den von der Vereinigung eingereichten Antrag auf einstweilige Verfügung angenommen, um die Bauarbeiten zu stoppen.
Rui Martins, Vertreter der Vereinigung, wies darauf hin, dass das Projekt die Auflagen des Detailed Plans für das historische Zentrum nicht einhält, dass der Bau einer Tiefgarage gegen das Wasserhaushaltsgesetz verstößt, da es in einem hochwassergefährdeten Gebiet liegt, und dass das Projekt ohne vorherige Bewertung der Lärmauswirkungen auf das umliegende Wohngebiet vorangetrieben wird, was gegen das Lärmschutzgesetz verstößt. Der Vertreter wies ferner darauf hin, dass mehrere staatliche Stellen, darunter die CCDR-N, das Kulturministerium und das Umweltministerium, gegenüber diesen Unregelmäßigkeiten Stillschweigen bewahrt oder sich mitschuldig gemacht hätten.
Als Antwort versicherte die Stadtverwaltung, dass sie stets die Gesetze eingehalten habe. Bürgermeister Luís Nobre kündigte an, dass die Stadtverwaltung alle verwaltungsrechtlichen, gerichtlichen und entschädigungsrechtlichen Mechanismen gegen die Vereinigung Vian'Acorda aktivieren werde, falls die Verzögerungen der Bauarbeiten zu zusätzlichen Kosten für die Gemeinde führen, wobei er argumentierte, dass das öffentliche Interesse über dem privaten Interesse stehe.
Die Bauarbeiten waren seit Januar wegen archäologischer Funde zum Stillstand gekommen. Die Stadtverwaltung teilte mit, dass sie ein Projekt zur Aufwertung dieser Funde vorbereite, mit dem Vorschlag, sie in einem künftigen Archäologie-Standort im Gewerbegebiet Praia Norte und in anderen Bereichen der Stadt zu integrieren, vorbehaltlich der Genehmigung durch die zuständigen Stellen.




