Eine Person fand eine Geldbörse auf dem Boden in einer Avenue in Lissabon an einem Augustmorgen gegen neun Uhr. Die Geldbörse enthielt Dokumente und eine Medaille. Die Person begab sich zu einer Polizeiwache, um den gefundenen Gegenstand abzugeben, und kam daher zu spät zu der Arbeit, die um neun Uhr beginnen sollte. Auf der Polizeiwache musste sie ein Formular handschriftlich mit zahlreichen persönlichen Daten ausfüllen, darunter vollständiger Name, Namen der Eltern, Adresse, Gemeinde, Stadtgemeinde, Daten des Personalausweises, Telefonnummer und als der Prozess gerade abgeschlossen schien, wurde sie auch noch nach ihrem Familienstand gefragt. Auf die Frage nach der Notwendigkeit dieser Angabe lautete die Antwort des Beamten: "Das sind die Regeln, meine Herren". Der Prozess dauerte mehr als eine halbe Stunde, und die Person verließ die Polizeiwache nach halb zehn und kam um zehn Uhr bei der Arbeit an.
Der Artikel analysiert das rechtliche Regime für verlorene und gefundene Gegenstände in Portugal. Artikel 1323 des Zivilgesetzbuches legt fest, dass whoever eine verlorene Sache findet, diese dem Eigentümer zurückgeben oder die Behörden benachrichtigen muss. Eine Verordnung aus dem Jahr 2007 schuf das Integrierte System für Informationen über Verlorene und Gefundene (SIISPA) zur Modernisierung der Verfahren, und im Mai 2025 änderte eine neue Verordnung das Regime und führte zusätzliche Bedenken zum Schutz personenbezogener Daten ein. Die Gesetzgebung sieht vor, dass die Identifizierung des Finders für die Ausübung der im Zivilgesetzbuch vorgesehenen Rechte erforderlich sein kann, legt aber auch fest, dass nur der Ort, der Tag und die Uhrzeit des Fundes angegeben werden müssen.
Der Autor argumentiert, dass die Identifizierung des Finders eine rechtliche Grundlage haben kann, hinterfragt jedoch, ob alle angeforderten Daten für den konkreten Zweck des Verfahrens wirklich erforderlich sind. Er betont, dass das Datenschutzgesetz den Grundsatz verankert, dass Daten angemessen, relevant und auf das Notwendige beschränkt sein müssen, und dass der Zugang zu einem Datum nicht bedeutet, dass es erhoben werden muss. Der Artikel warnt, dass unnötig zeitaufwändige Verfahren erhebliche administrative Kosten für die Bürger und die Wirtschaft darstellen, und dass eine Verwaltung, die das richtige Handeln erschwert, unwillkürlich Gleichgültigkeit fördern kann.
Der Artikel regt eine Reflexion über die Verwaltungsmodernisierung an, wobei er nicht nur hinterfragt, ob die Verfahren legal sind, sondern ob sie notwendig sind; nicht nur, ob die Beamten die Regeln einhalten, sondern ob diese Regeln so gestaltet wurden, dass sie ihren Zweck gut erfüllen; und nicht nur, was die Verwaltung den Staat kostet, sondern was sie den Bürger kostet. Er vertritt die Bedeutung der Verwaltungs Alphabetisierung und die Notwendigkeit, Bedingungen zu schaffen, unter denen das normale Verfahren selbst vernünftig ist, sodass eine Person, die eine Geldbörse findet, das Richtige tun kann, ohne übermäßig viel Zeit zu verlieren.




