Die blaue Wirtschaft stellt einen strategischen Pfeiler für die Zukunft Portugals dar, das eine der größten Ausschließlichen Wirtschaftszonen Europas besitzt und ein laufendes Verfahren bei den Vereinten Nationen zur Erweiterung seines Festlandsockels durchläuft. Der maritime Sektor Portugals trägt etwa 5% zum nationalen BIP bei, doch die OECD empfiehlt die Transition der traditionellen Sektoren wie Küstentourismus und Fischerei hin zu Industrien mit hohem technologischen Mehrwert.
Die OECD weist auf die Notwendigkeit tiefgreifender Verwaltungsreformen und der Beseitigung bürokratischer Hürden hin, die die Anziehung ausländischen Kapitals verzögern, und warnt vor der institutionellen Komplexität, die sich aus der Überschneidung ministerieller Zuständigkeiten ergibt. Ebenso dringend ist die Regulierung und Ausweitung der maritimen Technologiefreizonen, die es Unternehmen und Forschungszentren ermöglichen, Prototypen für erneuerbare Energien, Unterwasserrobotik und fortschrittliche Sensoren zu erproben.
Portugal sollte seine Aktivitäten auf drei große technologische Achsen konzentrieren. Die erste basiert auf der Dekarbonisierung des maritimen Transports und der Modernisierung der Häfen, wobei der Hafen von Sines die Voraussetzungen erfüllt, um sich als iberischer und europäischer Knotenpunkt für grüne Brennstoffe zu etablieren. Die zweite Säule liegt bei den Offshore-Erneuerbaren Energien, wo Portugal aufgrund der großen Wassertiefe seiner Küste eine Führungsrolle bei schwimmenden Windkrafttechnologien einnehmen sollte, indem eine eigene industrielle Wertschöpfungskette entwickelt und Windparks mit Wellenenergie und Wasserstoffproduktion integriert werden.
Die dritte Wachstumsachse ist die blaue Biotechnologie und die marine Bioökonomie, ein Bereich, in dem Portugal internationale wissenschaftliche Anerkennung genießt, aber die Transition von Wissen zum Industriemarkt verbessern muss. Es ist notwendig, in Bioraffinerien, Skalierungszentren und Kollaborative Labore zu investieren, um marine Biomasse zu verarbeiten und die Biodiversität der nationalen Gewässer zu kartieren, um nach neuen Molekülen und hochwertigen Biomaterialien zu suchen.




