Die Krise am Obersten Bundesgerichtshof (STF) ist kein auf die Rechte beschränktes Thema mehr und ist von Kandidaten der Regierungsbasis und der Parteien des Centrão im Senatsrennen als Wahlmotto übernommen worden. Kandidaten dieser Parteien haben begonnen, Kritik am Gerichtshof und die Befürwortung von Veränderungen in der Judikative als Hauptanliegen ihrer Kampagnen aufzunehmen.
Das Thema erhielt neuen Wahlauftrieb nach der Offenlegung von Nachrichten, die zwischen dem Bankier Daniel Vorcaro und Minister Alexandre de Moraes ausgetauscht wurden. Der Vorfall provozierte eine Reaktion von Moraes, der Beschuldigungen gegen seinen Kollegen André Mendonça erhob und die interne Krise im Gerichtshof verschärfte.
Vorher auf das rechte Lager konzentriert, wird der kritische Diskurs gegen den STF nun von Mitteparteien geteilt, die die Bundesregierung unterstützen. Die Strategie zielt darauf ab, den Imageschaden des Gerichtshofs bei den Wählern politisch zu nutzen.




