Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat sich tief bestürzt über den Sieg der rechtsextremen Partei Alternative für Deutschland (AfD) bei den Regionalwahlen im Bundesland Sachsen-Anhalt gezeigt. Der Präsident dieser Organisation, Josef Schuster, erklärte, dass eine als rechtsextrem eingestufte Partei einen Schritt davon entfernt sei, ein deutsches Bundesland allein zu regieren, und betrachtete es als Verantwortung der Wähler, die für diese Partei gestimmt haben. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Jüdischen Gemeinde München, sagte, sie habe Mühe, ihr eigenes Land wiederzuerkennen, und warnte, dass die Grundlagen der Demokratie in Deutschland nicht mehr funktionieren.
Die Überlebende des Vernichtungslagers Auschwitz, Eva Umlauf, 83 Jahre alt, verglich den Sieg der AfD mit dem Aufstieg der Nazi-Partei in den 1930er Jahren und fragte, welchen Weg Deutschland einschlage. Umlauf, die dem Internationalen Auschwitz-Komitee vorsteht, sagte, dass die Holocaust-Überlebenden nie geglaubt hätten, dass es möglich sei, dass eine rechtsextreme Partei die stärkste Kraft in einem deutschen Landesparlament sei, und versprach, weiterhin für die Demokratie und das Gedenken zu kämpfen.
Nach vorläufigen Ergebnissen der Fernsehsender ARD und ZDF erhielt die AfD fast 44 Prozent der Stimmen in Sachsen-Anhalt, weit vor der Christlich Demokratischen Union, die nur 17,5 Prozent erreichte. Die rechtsextreme Partei wird voraussichtlich 39 Sitze im Landesparlament gewinnen, nur drei fehlen zur absoluten Mehrheit, was den Weg für Verhandlungen mit Elementen anderer Parteien oder ein Bündnis mit der Bewegung BSW ebnen könnte.
Demonstrationen gegen die AfD fanden in Berlin, Frankfurt und Mainz statt, wobei Tausende ein Verbot der Partei forderten. In Frankfurt protestierten etwa 2.000 Menschen mit dem Argument, dass die Ideale der Partei gegen die Verfassung verstoßen. Für Montag ist eine große Demonstration an den Brandenburger Toren in Berlin




