Die nun von der Kommission für Staatsbürgerschaft und Geschlechtergleichheit veröffentlichten Daten zeigen eine Realität, die tiefes Nachdenken verdient: Erstmals befinden sich mehr Kinder als Frauen im Nationalen Unterstützungsnetzwerk für Opfer häuslicher Gewalt. Am Ende der ersten Jahreshälfte dieses Jahres waren 688 Kinder untergebracht, gegenüber 681 Frauen.
Mehr als nur Zahlen repräsentieren diese Daten Kinder, die aus ihren Kontexten, ihren Schulen, ihren Freunden gerissen werden, und zeigen, dass Minderjährige oft die wahren stillen Protagonisten der häuslichen Gewalt sind. Die Verbringung von Minderjährigen in Obhut ist häufig höher als die von Frauen, was Fragen über die Rolle der Mütter bei der Entscheidung aufwirft, Gewaltsituationen zu verlassen.
Dieses Phänomen macht das sogenannte Schutzparadoxon deutlich, bei dem das Opfer das Haus verlässt, aber der Täter bleibt. Das portugiesische Gesetz erlaubt es Tätern, das Sorgerecht zu behalten, was den Ausstieg der Frauen aus Gewaltsituationen erschweren kann. Der Schutz der Kinder fällt nicht immer mit dem Schutz ihrer Mütter zusammen und schafft ein komplexes Szenario für die Opfer.
Der Artikel warnt vor der Notwendigkeit, diese Statistiken nicht nur als Daten zu betrachten, sondern als echte Geschichten von Kindern und Frauen, die angemessene Antworten und ein Unterstützungsnetz benötigen, das tatsächlich alle Opfer dieser Geißel wirksam schützen kann.




