Die Kontrollen an den portugiesischen Grenzen treten an diesem Sonntag, dem 6. September, in eine neue Phase ein, mit der Erfassung biometrischer Daten zu 100 % für Reisende, die vom Europäischen Ein- und Ausreisesystem (EES) erfasst werden. Ministerpräsident Luís Montenegro hatte bereits zuvor angedeutet, dass diese Veränderung einen „erhöhten Druck" auf die Grenzdienste darstellen wird, insbesondere an den Flughäfen Lissabon, Faro und Porto.
Das EES ersetzte den traditionellen Passstempel durch eine digitale Registrierung, die die Daten des Reisedokuments, das Gesichtsbild, die Fingerabdrücke sowie Datum und Ort der Ein- oder Ausreise umfasst. Das System wurde am 10. April 2026 an den Außengrenzen des Schengenraums voll funktionsfähig, doch die europäische Gesetzgebung erlaubte den Mitgliedstaaten vorübergehend, die biometrische Erfassung auszusetzen, wenn außergewöhnliche Umstände vorlagen und die Wartezeiten übermäßig wurden. Genau diese Übergangsregelung läuft nun in Portugal aus.
Das System gilt im Wesentlichen für Staatsangehörige von Ländern außerhalb der Europäischen Union, die für Kurzaufenthalte in den Schengenraum einreisen, in der Regel bis zu 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen. Ausgenommen sind Staatsangehörige Portugals und der übrigen EU-Länder sowie der Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz. Auch bestimmte Kategorien von Drittstaatsangehörigen mit Aufenthaltserlaubnissen oder langfristigen Visa sind befreit.
Die Regierung erkennt an, dass nicht alle Probleme gelöst sind, und garantiert, dass ein „ständiges Monitoring" dieser neuen Phase durchgeführt wird, mit zusätzlichen Investitionen in Technologie und Verbesserungen der Verfahren, um die Kontrollen schneller zu gestalten.




