Die franziskanische Küche wird als eine auf die Ernährung angewandte Lebensphilosophie präsentiert, inspiriert von den Lehren des Heiligen Franz von Assisi. Diese Tradition entstand aus der franziskanischen Spiritualität des 13. Jahrhunderts, gekennzeichnet durch freiwillige Armut, Einfachheit und Respekt vor der gesamten Schöpfung. Die Speisen, die auf den Teller kommen, werden mit derselben Ehrfurcht behandelt wie die Natur und die Bedürftigsten.
Die grundlegenden Prinzipien dieser Küche umfassen Einfachheit und Nüchternheit, die Exzesse vermeiden und das Wesentliche bevorzugen, das die Erde bietet. Die vollständige Verwertung ist ein weiterer zentraler Pfeiler, bei dem nichts verschwendet wird und normalerweise verworfene Teile einen besonderen Platz einnehmen. Saisonalität und die Nähe zu lokalen Lebensmitteln werden geschätzt, ebenso wie das Teilen, das das gemeinschaftliche Leben der Klöster widerspiegelt. Viele franziskanische Klöster in Portugal und Brasilien verwenden einfache Zutaten wie Brot, Eier, Zucker, Olivenöl, Gartengemüse und Hülsenfrüchte.
Der Nationalpalast von Mafra wird als Beispiel für diese Tradition präsentiert, da er als franziskanisches Kloster entstanden ist. Das ursprüngliche Projekt sah die Aufnahme von dreizehn Mönchen vor, aber am Ende der Bauzeit beherbergte er über 300, was die klösterliche Seite zu einem wesentlichen Teil der Geschichte des Monuments machte. Eine der Küchen des Palastes war die Krankenhausküche, verbunden mit dem Ort, an dem die kranken Mönche behandelt wurden.
Das gezeigte Bild zeigt die Krankenhausküche während einer historischen Nachstellung und veranschaulicht die praktische Anwendung dieser klösterlichen Tradition im Kontext des Nationalpalastes von Mafra.




