Mitarbeiter mit 36 Jahren Betriebszugehörigkeit wegen unregelmäßiger Rabattgewährung entlassen, aber Gericht „verzieh nicht": Höhe der Abfindung überraschtFoto von jcorifjr auf Pexels
WirtschaftFaro

Mitarbeiter mit 36 Jahren Betriebszugehörigkeit wegen unregelmäßiger Rabattgewährung entlassen, aber Gericht „verzieh nicht": Höhe der Abfindung überrascht

Postal do Algarve5. September 2026 um 17:00

Ein Mitarbeiter von El Corte Inglés mit fast 36 Dienstjahren wurde im März 2024 entlassen, nachdem das Unternehmen ihn wegen Unregelmäßigkeiten bei der Rabattgewährung in der Elektronikabteilung des Outlets des Einkaufszentrums Grancasa in Saragossa beschuldigt hatte. Der Mitarbeiter, der seit März 1988 im Unternehmen arbeitete und die Position eines regionalen Elektronikkoordinators für Aragonien und Navarra innehatte, wurde außerdem beschuldigt, Mitarbeitern durch unzulässige Rabatte Vorteile verschafft und Mängel bei der Etikettierung und dem Transport von Waren verursacht zu haben. Das Unternehmen stützte die Anschuldigungen auf eine interne Prüfung, die nach einer anonymen Anzeige durchgeführt wurde.

Der Mitarbeiter wandte sich an die Justiz und verteidigte sich damit, dass er die fraglichen Verkäufe nicht persönlich getätigt hatte und dass verschiedene Verfahren anderen Vorgesetzten bekannt waren. Das Arbeitsgericht Nr. 3 von Saragossa gab ihm im April 2025 recht und erklärte die Kündigung für ungerechtfertigt. El Corte Inglés legte Berufung beim Obersten Gerichtshof von Aragon ein und beharrte darauf, dass ein schwerer Verstoß gegen die vertragliche Treuepflicht und das in den Mitarbeiter gesetzte Vertrauen vorgelegen habe.

Der Oberste Gerichtshof von Aragon bestätigte die Entscheidung der ersten Instanz und kam zu dem Schluss, dass nicht nachgewiesen werden konnte, dass der Mitarbeiter die Verkäufe mit unzulässigen Rabatten persönlich getätigt oder für die Etikettierung der Waren verantwortlich war. Das Gericht war außerdem der Ansicht, dass Warenübertragungen ohne physische Verbringung zum Outlet eine übliche und genehmigte Praxis waren und dass das Rabattsystem verschiedenen Ebenen der Unternehmensstruktur bekannt war.

Die Richter kamen ebenfalls zu dem Schluss, dass keine betrügerische Absicht, kein unrechtmäßiger persönlicher Vorteil und kein dem Mitarbeiter direkt zuzuschreibender wirtschaftlicher Schaden für El Corte Inglés nachgewiesen wurde. Angesichts des Fehlens von Beweisen für ein schweres und schuldhaftes Fehlverhalten war das Gericht der Ansicht, dass die Voraussetzungen für eine gerechtfertigte Kündigung nicht gegeben waren. Das Unternehmen war verpflichtet, sich zwischen der Wiedereinstellung des Mitarbeiters mit Zahlung der Vergütung seit der Entlassung oder der Zahlung einer Abfindung von 171.587,37 Euro zu entscheiden.

Ähnliche Artikel

Wirtschaft

Rosa Zeitschriften: Finanzkrise und Online-Plattformen verursachen Umsatzrückgang

Die rosa Zeitschriften und Gesellschaftsmagazine stehen vor einer schweren Krise in den portugiesischen Zeitungsständen, mit kontinuierlich sinkenden Verkaufszahlen aufgrund der Abwanderung der Leser zu Online-Plattformen. In dieser Woche folgte die Zeitschrift Lux dem Weg anderer Publikationen des Sektors, indem sie Insolvenz anmeldete und alle Arbeitsplätze abbaute, was die schwierige finanzielle Situation verdeutlicht, die die rosa Presse in Portugal betrifft.

TVI Notícias05.09.26, 21:43
Wirtschaft

Volkswagen eröffnet Elektrifizierungsstrategie in Brasilien und bietet den ID.4 ab Oktober an

Volkswagen kündigte an, ab Oktober in Brasilien sein erstes vollständig elektrisches Fahrzeug zu verkaufen, den Mittelklasse-SUV ID.4 Pro 2027, für R$ 299.999, und eröffnet damit seine Elektrifizierungsstrategie im Land. Das Fahrzeug, das auf der modularen Elektroplattform MEB aufgebaut ist, war zuvor nur über das Abonnementprogramm Sign&Drive verfügbar, aber die Einheiten waren ausverkauft. Volkswagen do Brasil CEO Ciro Possobom erklärte, dass die Ankunft des ID.4 einen historischen Moment darstellt, der die Tradition deutscher Ingenieurskunst mit der Moderne der Elektromobilität für den brasilianischen Verbraucher vereint.

oglobo05.09.26, 21:39
Wirtschaft

Rentner erhielt 700.000€ Erbschaft von seiner Schwester, mit der er zehn Jahre lang zusammenlebte, und wurde aufgrund eines „Verwaltungsfehlers" zur Zahlung von 305.000€ an Steuern gezwungen

Ein Rentner in Frankreich erhielt eine Erbschaft von 700.000€ von seiner Schwester, mit der er zehn Jahre lang zusammengelebt hatte, wurde jedoch aufgrund eines Verwaltungsfehlers gezwungen, 305.000€ an Erbschaftssteuern zu zahlen: Die Schwester hatte den Wechsel ihres steuerlichen Wohnsitzes von Paris in den Süden Frankreichs, wo beide lebten, nie offiziell vollzogen. Obwohl das französische Recht eine Befreiung von der Erbschaftssteuer zwischen Geschwistern vorsieht, die seit mindestens fünf Jahren zusammenwohnen, führte das Fehlen eines Nachweises des Zusammenlebens in den Steuerunterlagen dazu, dass die Finanzverwaltung den normalen Steuersatz von 45% anwandte, was den Erben zwang, ein geerbtes Studio zu verkaufen, um den Betrag bezahlen zu können. Der Fall dient als Warnung für die Bedeutung der Aktualisierung von Steuerunterlagen.

Postal do Algarve05.09.26, 21:20
Wirtschaft

Regierung zufrieden mit Anhebung des Ratings durch Fitch: "Ein weiterer großer Sieg für Portugal"

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating Portugals auf A+ angehoben und das Land damit auf die gleiche Stufe wie Frankreich und Belgien in Bezug auf die Fähigkeit zur Rückzahlung seiner Schulden gestellt. Die portugiesische Regierung zeigte sich mit dieser Entscheidung zufrieden und betrachtete sie als "einen weiteren großen Sieg für Portugal".

TVI Notícias05.09.26, 21:01