Tiago Rodrigues ist der erste Ausländer, der die Leitung des historischen Festival d'Avignon übernimmt, eines der wichtigsten Theaterfestivals Europas. In dem Interview gibt der portugiesische Regisseur eine klare Garantie: Solange er an der Spitze des Festivals steht, wird diese Institution nicht mit der extremen Rechten zusammenarbeiten.
Rodrigues begründet diese Position mit der Aussage, dass eine Kulturorganisation in Bezug auf grundlegende demokratische Werte nicht neutral sein sollte. Er vertritt die Ansicht, dass es ein Fehler ist zu glauben, dass es möglich ist, ein Gesellschaftsprojekt zu haben, das nicht auch durch die Kultur geht, und unterstreicht damit die politische und soziale Rolle, die kulturelle Institutionen übernehmen müssen.
Dieses Interview erlangt vor dem Hintergrund zunehmend relevanter werdender Fragen zur politischen Positionierung kultureller Institutionen besondere Bedeutung, insbesondere in europäischen Ländern, in denen die extreme Rechte politisch an Einfluss gewinnt.




