Der Wirtschaftswissenschaftler und Professor João César das Neves, Autor von „O Século de Fátima", vertrat die Ansicht, dass die Botschaft von Fátima in einer von Kriegen, Unsicherheit, Individualismus und einer tiefen spirituellen Krise im Westen geprägten Zeit weiterhin vollkommen aktuell ist. In einem Interview mit dem Jornal da Madeira sprach er am Freitagnachmittag bei der fünften und letzten Konferenz des Zyklus, der der Reparationsfrömmigkeit der Ersten Samstage gewidmet war und von der Kathedrale von Funchal veranstaltet wurde. Seiner Meinung nach gewinnt die Botschaft, die Unsere Liebe Frau den Hirtenkindern übermittelt hat, gerade in diesem Kontext neue Aktualität.
João César das Neves warnte vor dem Risiko, nur auf der Suche nach Prophezeiungen oder zukünftigen Ereignissen auf Fátima zu schauen und dabei zu vergessen, was er als das Wesentliche betrachtet: Gebet, Opfer und Besserung des Lebens. Der Professor erklärte, dass der zentrale Punkt der Botschaft nicht in den konkreten Ereignissen wie dem Krieg liegt, die Teil des Geheimnisses sind, sondern in der Lebenswandel. Er betonte auch, dass in den ersten Jahren nach den Erscheinungen, als praktisch niemand etwas von der Botschaft wusste, bereits eine große Menschenmenge nach Fátima pilgerte, einfach weil Unsere Liebe Frau dort erschienen war.
Der Hochschullehrer vertrat die Ansicht, dass die Antwort von Fátima auf die schwierigen Zeiten in der Bekehrung des Herzens und in der Hingabe an das Unbefleckte Herz Mariens liegt, wobei dem Rosenkranz und den Ersten Samstagen ein besonderer Platz zukommt. Er vertrat die Meinung, dass das tägliche Beten des Rosenkranzes, das Ableisten von Wiedergutmachungsopfern und die Besserung des Lebens die großen Bitten Unsrer Lieben Frau sind. Er betonte, dass sich das Versprechen vom Triumph des Unbefleckten Herzens bereits teilweise mit dem Fall der Berliner Mauer und der Sowjetunion erfüllt hat, sich jedoch auf alle Epochen der Geschichte und die endgültige Vollendung der Erlösung bezieht.
Für João César das Neves ist „Fátíma eine Manifestation des Evangeliums für unsere Zeit" und ein sehr bedeutsamer Bezugspunkt für diese orientierungslose Epoche. Er erklärte, dass der beste Weg zu Christus Unsere Liebe Frau ist und dass, obwohl Fátima nicht zur Offenbarung Gottes gehört, es höchst ratsam ist, dieser Botschaft als dem sichersten Weg zu Christus zu folgen. Er vertrat die Ansicht, dass die Botschaft nicht auf eine Deutung der Ereignisse oder des Geheimnisses reduziert werden darf, sondern jeden Menschen dazu bringen sollte, auf das eigene Leben zu schauen und auf die Bitte Unsrer Lieben Frau zu antworten.




