In seinem Meinungsartikel befasst sich Luís Ganhão mit der zunehmenden Schwierigkeit, Wahrheit von Lüge, Information von Propaganda und Kommentar von Werbung im heutigen Medienumfeld zu unterscheiden. Der Autor warnt, dass die Geschwindigkeit, mit der Informationen zirkulieren, nicht ihrer Wahrheit entspricht, und dass die Fähigkeit, Lügen das Aussehen von Wahrheit zu geben, eine tiefgreifende Veränderung in der Kommunikation darstellt.
Ganhão kritisiert ebenso die schrittweise Ersetzung des Völkerrechts durch die Logik der Stärke und stellt die Frage, was den Schwächeren bleibt, wenn internationale Normen selektiv gemäß strategischer Interessen angewendet werden. Der Autor kritisiert die Doppelmoral bei der Verteidigung der Menschenrechte und warnt, dass diese nur dann wirklich universell sind, wenn sie auch dann verteidigt werden, wenn dies Verbündete zuwiderläuft.
Der Artikel warnt vor der Gefährlichkeit einer vereinfachten Weltsicht, die zwischen Gut und Böse geteilt ist und Diplomatie durch Vereinfachung ersetzt. Ganhão vertritt die Ansicht, dass Demokratie nicht nur von Wahlen abhängt, sondern von der Fähigkeit der Bürger, Fakten von Meinungen zu unterscheiden, und davon, dass glaubwürdige Institutionen existieren.
Angesichts dieses Szenarios ruft der Autor zu einer gemeinschaftlichen Anstrengung des kritischen Denkens auf, bei der Informationen überprüft und die Möglichkeit des Irrtums eingeräumt wird. Ganhão schließt mit der Frage, die dem Artikel den Titel gibt – „Was wird aus uns werden?" – und deutet an, dass dieses Schicksal noch nicht entschieden sein könnte, aber davon abhängen wird, was wir heute als normal akzeptieren.




