Dieser Meinungsartikel, verfasst von einer klinischen Psychologin anlässlich des Psychologentages, reflektiert über das aktuelle Paradox der Psychologie: Sie war noch nie so gefragt und gleichzeitig so missverstanden wie heute. Klinische Begriffe wie Trauma und Burnout zirkulieren frei im allgemeinen Sprachgebrauch, verlieren dabei jedoch häufig an Präzision. Die Autorin untersucht die Spannung zwischen dem Versprechen schneller Lösungen und der Notwendigkeit von Zeit für echte psychologische Veränderung, hinterfragt die Auswirkungen der medialen Sichtbarkeit und der sozialen Medien auf den Berufsstand und spricht die Verantwortung von Psychologen mit öffentlicher Präsenz an. Hervorgehoben werden zudem die Auswirkungen einer müden Gesellschaft, die mehr konsumiert als erschafft und kurze Inhalte belohnt, sowie die Warnung vor dem Risiko, echte Unterstützungswerkzeuge durch technologische Abkürzungen zu ersetzen, die Symptome lindern, ohne Fähigkeiten zu trainieren. Sie bekräftigt abschließend den Wert des Therapiezimmers als privilegierten Raum für Präsenz, Zeit und Aufnahme, wo echte Veränderung weiterhin das erfordert, was sie immer erfordert hat.
Campeão das Províncias04.09.26, 14:13