Ein Jahr nach dem Entgleisen des Glória-Aufzugs in Lissabon kämpft Isaque Adam weiterhin mit dem Tod seiner Frau Ana Paula Lopes, eine der 16 Todesopfer der Tragödie vom 3. September 2025. Ana Paula, 49 Jahre alt, war seit 22 Jahren mit Isaque verheiratet und arbeitete bei der Santa Casa da Misericórdia de Lisboa. An jenem Nachmittag war sie nach der Arbeit in den Aufzug gestiegen, um die gewohnte Strecke durch die Calçada da Glória zurückzulegen, begleitet von einer Kollegin.
Der Witwer und seine Tochter, die zum Zeitpunkt des Unfalls 17 Jahre alt war und nun 18 ist, haben beim Gericht für Verwaltungsrecht von Lissabon Klage eingereicht und fordern eine Entschädigung von 1.050.000 Euro. Die Klage richtete sich gegen die Carris, die Versicherung Fidelidade und das Unternehmen MNTC – Serviços Técnicos de Engenharia, das für die Wartung der Anlage verantwortlich war. Isaque bezeichnete einen zuvor erhaltenen Entschädigungsvorschlag als „skandalös".
Dem vorläufigen Bericht des GPIAAF zufolge riss das Zug- und Gegenseil drei Sekunden nach Beginn der Bewegung, wodurch die Kabine beschleunigte und entgleiste. Dem Dokument zufolge entsprach das installierte Seil nicht den Spezifikationen der Carris, war nicht für die Beförderung von Personen zugelassen und war nicht für die Verwendung mit Seilrollen geeignet. In der Gerichtsklage beschreibt Isaque den Unfall als „eine Abfolge von Fahrlässigkeiten", obwohl das GPIAAF darauf hingewiesen hatte, dass die Informationen noch unvollständig waren und es nicht möglich sei zu bestätigen, ob die Unregelmäßigkeiten für den Unfall relevant waren.
Die technischen und strafrechtlichen Ermittlungen sind noch im Gange und mehrere Familien warten auf den Abschluss ihrer jeweiligen Verfahren. Die Fidelidade teilte mit, dass sie Vereinbarungen bezüglich vier der 16 Todesopfer abgeschlossen habe. Isaques Anwalt erklärte, er glaube, dass die beteiligten Parteien eine außergerichtliche Lösung anstreben.




