Das Welternährungsprogramm (WFP) verurteilte einen Luftangriff, der zwei Lastwagen mit humanitärer Hilfe im Staat Süd-Kordofan im Sudan zerstörte. Der Vorfall ereignete sich am Sonntag in der Nähe des Dorfes Dilling, während der Konvoi in die Landeshauptstadt Kadugli unterwegs war. Die Fahrzeuge des WFP waren eindeutig mit Flaggen und offiziellen Hoheitszeichen gekennzeichnet, wurden aber dennoch bombardiert.
Die Explosion zerstörte mehr als 50 Tonnen lebensnotwendiger Hilfsgüter, darunter Getreide, gelbe Erbsen, Pflanzenöl und Salz, die 5.800 Menschen in extremer Hungersnot einen Monat lang hätten ernähren können. Das WFP betonte, dass der Angriff die humanitären Bemühungen in dem Gebiet schwer beeinträchtigt, wo die Organisation bereits fast 58.000 Menschen in kritischem Ausmaß an Ernährungsunsicherheit betreut.
Dieser Angriff markiert den achten Luftzwischenfall gegen Einrichtungen oder Operationen des WFP im Sudan seit Anfang 2023 und verdeutlicht das hohe Risiko des operativen Umfelds, dem die humanitäre Gemeinschaft in dem Land ausgesetzt ist. Das WFP bekräftigte, dass solche Angriffe auf humanitäre Helfer und Rettungsressourcen gegen das Völkerrecht verstoßen.
Der Konflikt im Sudan begann am 15. April 2023, als sich die Sudanesischen Streitkräfte (SAF) und die paramilitärischen Schnellen Unterstützungskräfte (RSF) gegenüberstanden. Nach Angaben des UNHCR wurden zwischen Januar und Juni dieses Jahres etwa 1.100 Zivilisten bei Drohnenangriffen getötet. Der Krieg löste eine der schlimmsten globalen humanitären Krisen aus, mit Zehntausenden von Toten und etwa 13 Millionen vertriebenen Zivilisten.




