Luís Neves, ehemaliger nationaler Direktor der Judikativpolizei, wurde im Februar 2026 zum Minister für Innere Verwaltung ernannt, sah sich aber in den folgenden Monaten in eine Reihe von Kontroversen verwickelt, die seine politische Zukunft bedrohen und die Regierung von Luís Montenegro in Frage stellen. Die Ermittlungen konzentrierten sich zunächst auf einen im Rahmen der Operation Pacoba zur Drogenbekämpfung beschlagnahmten Anhänger, der in den Räumlichkeiten einer Firma von João Carvalho landete, einem Bauunternehmer, der Arbeiten an der Grundstück des Ministers im Alentejo durchführte. Die Judikativpolizei fand kein Dokument und keinen Befehl, der die Verbringung des Anhängers rechtfertigt, und die Generalstaatsanwaltschaft eröffnete ein Ermittlungsverfahren zur Klärung des Falls.
Die Untersuchung weitete sich schnell auf weitere Fragen aus. Es gab Verdachtsmomente wegen mutmaßlichen Machtmissbrauchs und Unterschlagung, und es wurde bekannt, dass Luís Neves die Einkommens- und Vermögenserklärungen für den Zeitraum, in dem er die Judikativpolizei leitete, nicht innerhalb der gesetzlichen Fristen eingereicht haben soll, was das Verfassungsgericht dazu veranlasste, den Minister zu rügen. Die Europäische Staatsanwaltschaft eröffnete ebenfalls eine Untersuchung zu den Verträgen zwischen der Judikativpolizei und der Construbarcelos, während das Justizministerium unter der Leitung von Rita Alarcão Júdice eine Prüfung der Judikativpolizei anordnete. Der Rechnungshof kündigte außerdem an, dass er Luís Neves wegen mutmaßlicher finanzieller Verstöße, einschließlich Ausgaben und Reisen ohne Belege, überprüfen wird.
Der Fall wurde zu einer politischen Krise, als Chega, die Partei von André Ventura, einen Misstrauensantrag gegen die Regierung einbrachte und eine parlamentarische Untersuchungskommission zu den Amtszeiten von Luís Neves bei der Judikativpolizei ankündigte. Die Partei argumentiert, dass der Premierminister den Minister für Innere Verwaltung hätte entlassen sollen. Luís Neves reagierte entschlossen und erklärte, er lasse sich nicht einschüchtern und die Regierung habe einen erfahrenen Minister, und griff an, was er als „Politik der Angst" und Populismus seitens Chega bezeichnete. Der Misstrauensantrag ist für den 8. September angesetzt, hängt aber von den Stimmen der Sozialistischen Partei ab, um angenommen zu werden.




