Die Ministerin für Umwelt und Energie, Maria da Graça Carvalho, vertritt die Auffassung, dass die Regulierungsbehörde für Energiedienstleistungen (ERSE) ihre Sanktionsbefugnisse auf das nationale Ölsystem ausweiten sollte. In einem an den ERSE-Präsidenten Pedro Verdelho gerichteten Brief fordert die Ministerin eine Vertiefung der Regulierungs- und Wirtschaftsaufsichtsbefugnisse, um den Verbraucherschutz zu gewährleisten.
Die von der ERSE dem Ministerium vorgelegte Studie zeigt, dass die Behörde zwar seit 2018 Regulierungs- und Wirtschaftsaufsichtsbefugnisse über das nationale Ölsystem ausübt, diese Entwicklung jedoch nicht von einer Anpassung des Sanktionsregimes begleitet wurde, wobei eine Trennung zwischen den Aufsichtsbefugnissen und den erforderlichen Instrumenten zur Durchsetzung der Verpflichtungen bestehen bleibt.
Die Regulierungsbehörde vergleicht diese Situation mit den Sektoren Elektrizität und Erdgas, wo die Gesetzgebung ein mit der Nichteinhaltung regulatorischer Verpflichtungen verbundenes Sanktionsregime vorsieht. Die ERSE weist jedoch darauf hin, dass die Stärkung des Sanktionsregimes nicht mit Mechanismen der administrativen Preiskontrolle verwechselt werden sollte und sich nur auf die Nichteinhaltung rechtlicher Verpflichtungen wie Informations- und Transparenzpflichten konzentrieren sollte.
Zusätzlich zur Erweiterung der Sanktionsbefugnisse fordert die Ministerin auch eine Stärkung der Transparenz und der Befähigung der Verbraucher durch klarere Informationen über die Kraftstoffpreise. Maria da Graça Carvalho bat die ERSE außerdem darum, die konkreten nächsten Schritte zu identifizieren, einen Zeitplan vorzulegen und auf etwaige Bedarfe für gesetzgeberische Änderungen hinzuweisen.




