Die Journalistin Lígia Neves belegte den zweiten Platz bei einem Kurzgeschichtenwettbewerb mit „A Matriarca de Machico", einer Arbeit, die von der Legende von Machim inspiriert ist und Margareth eine Stimme gibt – eine fiktive Annäherung an Liebe, Verlust und das Meer. Im Herrenhaus des Museums in Ponta Delgada erzählte Pedro Fernandes den Besuchern dieselbe Legende mit seiner eigenen Emotion und Interpretation, bis er von der Regionaldirektion für Kultur bestraft und abgesetzt wurde, weil er sie auf diese Weise präsentierte.
Der Artikel stellt die Frage, warum eine Schriftstellerin die Legende von Machim neu erschaffen und ihre Fiction preisgekrönt sehen darf, ein Führer aber die Legende nicht auf seine Art erzählen darf. Er vertritt die Ansicht, dass die Geschichte der beiden englischen Liebenden nicht aufgesagt, sondern mit einer Stimme erzählt wird, die sie fühlt und den Besucher die Uhr vergessen lässt. Eine Legende auf seine Art zu erzählen verändert nicht die Geschichte, es erkennt lediglich die Natur der mündlichen Überlieferung an, die Generationen durchquert, weil sie von denen neu erzählt wird, die ihr Leben einhauchen.
Der Artikel argumentiert, dass das kulturelle Erbe nicht nur in Dokumenten oder Gebäuden liegt, sondern in den Menschen, die es schaffen, die Geschichte zu vermitteln und die Besucher dazu zu bringen, sie mitzunehmen. Ein Führer, der bewegt, verarmt das Erbe nicht, er ehrt es. Zwei Tage vor dem Fest des Bom Jesus in Ponta Delgada appelliert der Artikel daran, die Entscheidung zu überdenken, die Tür des Museums-Herrenhauses wieder zu öffnen und Pedro Fernandes zurückkehren zu lassen, um auf seine Art eine der schönsten Legenden Madeiras zu erzählen.




