Etwa 241.000 Fachleute des Transports in nichtgekennzeichneten Fahrzeugen haben diesen Donnerstag beim Amsterdamer Bezirksgericht eine kollektive Klage gegen den multinationalen Konzern Uber eingereicht. Die Aktion wurde von der Organisation Worker Info Exchange in Zusammenarbeit mit europäischen und britischen Gewerkschaften koordiniert und zielt darauf ab, die systematische Nutzung illegaler Mechanismen zur dynamischen Preisgestaltung und die willkürliche Erhebung privater Informationen zur Erstellung von Einkommensprofilen der Fahrer anzuprangern.
Die Petition argumentiert, dass der Algorithmus zur variablen Vergütung des Unternehmens individuelles Verhalten analysiert, einschließlich des Verlaufs von angenommenen oder abgelehnten Fahrten und der Bereitschaft, niedrige Tarife zu akzeptieren, und personalisierte Zahlungen festlegt, die die Fahrer benachteiligen. Nach Angaben der Anwälte können zwei Fachleute in demselben Block Angebote mit Disparitäten von mehr als 15 Prozent erhalten, um dieselbe Strecke auszuführen. Dem Verfahren beigefügte Studien zeigen, dass die Fahrer im Vereinigten Königreich seit 2023 geschätzte jährliche Verluste von etwa 5.770 Euro erlitten haben.
Die Wahl des Amsterdamer Gerichts ist darauf zurückzuführen, dass der europäische Hauptsitz von Uber und seine Datenverarbeitungsserver in der niederländischen Gerichtsbarkeit ansässig sind. Die Initiative erfolgt nur zwölf Tage, nachdem die Niederländische Datenschutzbehörde dem Unternehmen ein Bußgeld von 825 Millionen Euro auferlegt hat, wegen der ausschließlich durch künstliche Intelligenz betriebenen und ohne menschliches Eingreifen erfolgten summarischen Deaktivierung von Fahrerkonten.
Uber wies alle Anschuldigungen entschieden zurück und versicherte, dass die Berechnung der Vergütungen weder auf dem disziplinarischen Verlauf noch auf dem persönlichen Profil der Fahrer basiert. Das Unternehmen erklärt, dass die Wertabweichungen objektive technische Parameter widerspiegeln, wie die Satellitenpositionierung, die geschätzte Wartezeit und den Mechanismus der dynamischen Preisgestaltung. Die mündliche Verhandlung soll Anfang nächsten Jahres angesetzt werden und könnte verbindliche Rechtsprechung für die gesamte Plattformökonomie in Europa schaffen.




