Mehr als die Hälfte der brasilianischen Arbeitnehmer (54,4 %) gibt an, aus Angst vor beruflichen Konsequenzen manchmal oder immer politische Meinungen zu vermeiden. Die Furcht vor Vergeltungsmaßnahmen in Unternehmen veranlasst viele Mitarbeiter, zu politischen Fragen am Arbeitsplatz zu schweigen.
Das Phänomen ist unter jungen Menschen noch stärker ausgeprägt. Bei Arbeitnehmern im Alter von 18 bis 24 Jahren liegt der Anteil derjenigen, die sich politisch zurückhalten, bei 61,2 %, was darauf hindeutet, dass die jüngere Generation vor noch größeren Hürden bei der Meinungsäußerung steht.
Neben dem freiwilligen Schweigen berichten 23,5 % der brasilianischen Arbeitnehmer, dass sie sich bereits von einer Autoritätsperson unter Druck gesetzt fühlten, eine politische Position zu unterstützen oder abzulehnen. Dieser Druck stellt eine direkte Einschränkung der Meinungsfreiheit der Mitarbeiter dar.
Auf die Frage nach der Ursache dieses Drucks geben 54,7 % der Arbeitnehmer, die das Problem geschildert haben, Eigentümer, Gesellschafter oder Mitglieder der obersten Führungsebene als Verantwortliche an. Dies deutet darauf hin, dass die Durchsetzung politischer Positionen häufig von der Spitze der Unternehmenshierarchie ausgeht.




