Die brasilianische Regierung erklärte, sie könne das Gesetz über Reziprozität und die im Abkommen zwischen dem Mercosur und der Europäischen Union vorgesehenen Mechanismen aktivieren, nachdem der europäische Block die Einfuhren von brasilianischem Fleisch ausgesetzt hatte. In einer gemeinsamen Erklärung erklärten das Landwirtschaftsministerium und das Außenministerium, die Maßnahme mit „Empörung" aufgenommen zu haben. In der Erklärung heißt es, dass Brasilien sich das Recht vorbehält, die entsprechenden Instrumente einzusetzen, um ausgewogene Handelsbedingungen sicherzustellen, einschließlich Reziprozitätsmaßnahmen gemäß der nationalen Rechtsordnung sowie einschlägiger Mechanismen gemäß dem Mercosur-EU-Abkommen und dem multilateralen Handelssystem.
Die Europäische Union teilte am Montag mit, dass die Einfuhren von Rind- und Geflügelfleisch brasilianischer Herkunft an diesem Donnerstag ausgesetzt würden. Der europäische Block hatte brasilianische Garantien für die Einhaltung der festgelegten Hygienevorschriften abgewartet.
Brasilien wurde von der Europäischen Kommission dafür kritisiert, keine ausreichenden Informationen vorgelegt zu haben, die die Konformität mit den vom Block geforderten Hygienestandards belegen würden. Die Entscheidung stellt ein bedeutendes Embargo für die brasilianische Viehwirtschaft dar, einen der weltweit führenden Exporteure von Rind- und Hühnerfleisch.




