Fünf Jahre nach der Taliban-Übernahme von Kabul im August 2021 bleibt Afghanistan weitgehend aus der internationalen Aufmerksamkeit verschwunden, trotz der tiefgreifenden Folgen des westlichen Rückzugs. Das Land bleibt das einzige, in dem Frauen und Mädchen vom Bildungswesen ausgeschlossen sind, wobei 2,4 Millionen am Studieren gehindert werden, und sieht sich einer humanitären Krise gegenüber, bei der mehr als 22 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen sind. Der Artikel argumentiert, dass die westliche militärische Intervention nicht nur in ihrer Durchführung versagte, sondern auch darin, Institutionen aufzubauen, die ihren Abzug überstehen könnten, und dass die westliche Verantwortung nicht mit dem Truppenabzug endete. Er setzt sich für ein diplomatisches Engagement ohne Legitimierung des Taliban-Regimes ein, für humanitäre Hilfe und Unterstützung der Zivilgesellschaft, für die Sicherstellung von Bildungschancen für Mädchen, und erkennt gleichzeitig an, dass die Zukunft Afghanistans von den Afghanen selbst entschieden werden muss.
Jornal Económico04.09.26, 00:13