China fordert Frankreich auf, Strafabgaben auf „Ultraschnelle Mode" auszusetzenFoto von Da Na auf Pexels
Wirtschaft

China fordert Frankreich auf, Strafabgaben auf „Ultraschnelle Mode" auszusetzen

Jornal Económico3. September 2026 um 13:42

Das chinesische Handelsministerium forderte am Donnerstag Frankreich auf, die seit Anfang September auf die sogenannte „Ultraschnelle Mode" erhobenen Strafabgaben, die zwischen 0,5 und 12 Euro liegen und chinesische Plattformen wie Shein oder Temu betreffen, „sofort" auszusetzen. Die Sprecherin Huang Ling forderte Frankreich auf, die „Meinungsverschiedenheiten" im Bereich des nachhaltigen Textilhandels „angemessen zu lösen" und „ein faires und nicht diskriminierendes Geschäftsumfeld" für chinesische Unternehmen zu schaffen, wobei sie warnte, dass China im Falle der Hartnäckigkeit Frankreichs „die notwendigen Maßnahmen" zum Schutz seiner Rechte ergreifen wird.

China argumentiert, dass die neue französische Verordnung „doppelte Standards" anwendet und gegen das Nichtdiskriminierungsprinzip der Welthandelsorganisation verstoßen könnte, wobei sie „den Vorwand der Festlegung angeblich ökologischer und nachhaltiger Kriterien" nutzt. Obwohl der Mechanismus formell nicht auf asiatische Unternehmen abzielt, betrifft er in der Praxis vor allem große chinesische Plattformen wie Shein, die rund 1,7 Millionen Artikel anbietet, im Vergleich zu etwa 20.000 bei der spanischen Zara oder der schwedischen H&M.

Am Dienstag begann Paris mit der Anwendung eines Strafabgabensystems, das auf der Größe der Produktpalette basiert, die von Unternehmen der Ultraschnellen Mode angeboten wird, aber auch auf dem Fehlen von Anreizen zur Reparatur der Kleidungsstücke. Die Abgaben beginnen bei 0,5 Euro für Artikel wie Socken oder Unterwäsche und können bis zu 12 Euro für Jacken betragen, wobei sie 50 Prozent des Verkaufspreises nicht überschreiten dürfen.

Die französische Regierung arbeitet mit den europäischen Institutionen zusammen, um diesen Mechanismus auf die gesamte Europäische Union auszuweiten. Die französischen Behörden wiesen darauf hin, dass nach vorläufigen Daten der europäischen Zollbehörden die Anzahl der kleinen Sendungen seit Inkrafttreten der Abgabe auf kleine Sendungen Anfang Juli um 30 bis 40 Prozent gesunken ist, die hauptsächlich aus China versandte Textilprodukte umfasst.

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