Am Ende seiner Amtszeit als Vertreter der Weltgesundheitsorganisation in der Ukraine hob Jarno Habicht die Widerstandsfähigkeit der ukrainischen Bevölkerung hervor, die seit 2022 unter den Folgen der russischen Invasion leidet. In einem dringenden Appell betonte Habicht die Notwendigkeit einer schnellen Reaktion, da der strenge Winter bevorsteht und der Schutz vor der Kälte lebenswichtig ist.
Die Situation ist für die Gesundheitsfachkräfte verzweifelt, wobei Daten der WHO zeigen, dass mehr als 25% der ukrainischen Ärzte und Krankenschwestern an schweren Depressionen leiden, während 20% mit Angststörungen kämpfen. Unter ständigem Stress durch die Angriffe tragen diese Menschen an vorderster Front die Last eines bereits überlasteten Gesundheitssystems.
Kürzlich legte ein Angriff auf ein Einkaufszentrum in Krywyj Rih, weit von der Frontlinie entfernt, die Verletzlichkeit der Familien offen, wobei 140 Menschen verletzt wurden, darunter 23 Kinder, und 16 Todesfälle zu beklagen waren. Diese Tragödie zeigt, dass die Opfer des Konflikts jenseits der Schlachtfelder liegen, was die medizinische Hilfe noch kritischer macht.
Mit dem Eintreffen des Winters hat die WHO bereits 30 Heizeinheiten in Gesundheitseinrichtungen implementiert und plant die Installation von 22 weiteren. In den letzten Monaten führten Gesundheitsteams 13.000 Konsultationen in sieben Regionen durch und verteilten lebenswichtige Medikamente an mehr als 28.000 Menschen. Die Situation wird jedoch durch mehr als 3.000 Angriffe auf die Gesundheitsinfrastruktur verschärft, wobei Bombardierungen in Kiew und Dnipro Vorräte zerstörten, die 225.000 Menschen hätten versorgen können. In seinem Abschied appellierte Habicht an die internationale Gemeinschaft, dass Notfallmaßnahmen und Wiederaufbaubemühungen ohne auf das Ende der Konflikte zu warten durchgeführt werden.




