Die Kompetenzmodelle sind nützliche Instrumente im Personalmanagement. Sie bieten eine gemeinsame Sprache für die berufliche Weiterentwicklung, machen Erwartungen klarer und tragen dazu bei, sicherzustellen, dass wichtige Themen im Bewertungs- und Schulungsprozess nicht übersehen werden.
Das Problem entsteht, wenn diese Sprache, die ursprünglich zur Gestaltung und Bewertung von Leistung gedacht war, auch als unmittelbare Antwort für die Teilnehmer verwendet wird. Das Werkzeug, das die Analyse erleichtern sollte, begrenzt nun die Perspektive des Nutzers.
Wenn eine Sitzung damit beginnt, dass das zentrale Thema als Konflikt, Einfluss oder Delegation identifiziert wird, weiß der Manager bereits im Voraus, was er suchen soll. Diese Antizipation verhindert, dass der Fachmann die Situation wirklich betrachtet, bevor er sie kategorisiert.
Der Artikel deutet darauf hin, dass diese Vorkategorisierung die Authentizität der Analyse gefährden kann, da der Manager mit einer vorgefassten Erwartung an die Situation herangeht, anstatt zunächst zu beobachten, was tatsächlich geschieht.



