Seit 2008, als die Verordnung zur Regelung von Umweltverstößen in Brasilien veröffentlicht wurde, wurden nur 3,6% der vom Brasilianischen Institut für Umwelt und erneuerbare natürliche Ressourcen (Ibama) verhängten Bußgelder tatsächlich gezahlt. Das entspricht 2,4 Milliarden Real von insgesamt 67,7 Milliarden Real an erfassten Bußgeldern. Die Verstöße, die diese Strafen auslösen, umfassen Abholzung, Wilderei und Tierhandel, illegale Fischerei, Umweltverschmutzung und unregelmäßige Nutzung von Waldressourcen sowie andere.
Die vom GLOBO mit Unterstützung künstlicher Intelligenz durchgeführte Datenanalyse öffentlicher Datenbanken des Instituts identifizierte diese enorme Diskrepanz zwischen dem insgesamt verhängten Wert und dem tatsächlich eingezogenen Betrag. Das lange Verwaltungsverfahren zur Verhandlung dieser Strafen, das durchschnittlich fünf bis sechs Jahre dauert, ist einer der Hauptfaktoren, die diese niedrige Einziehung erklären.
Ein weiteres Problem ist der Mangel an Bediensteten zur Bearbeitung der Fälle, wodurch viele Strafen verjähren, bevor sie verhandelt werden. Diese Kombination aus langwierigen Verfahren und Personalmangel beeinträchtigt die Wirksamkeit der Umweltüberwachung im Land.




