Die Industrielle Revolution stellte einen historischen Bruch dar, der die Gesellschaften von den durch die natürliche Ressourcenausstattung auferlegten Einschränkungen befreite und die Bestimmung des Lebensstandards der Bevölkerungen auf die unternehmerische Fähigkeit und die Qualität der produktiven Organisationen verlagerte. Der Artikel argumentiert, dass die wirtschaftliche Entwicklung von einer bidirektionalen Interdependenz zwischen Unternehmern, Unternehmen und dem sozialen, institutionellen und politischen Ökosystem jedes Territoriums abhängt, und lehnt die Illusion ab, dass es ausreicht, homogene Inputs von Kapital und Arbeit unter makroökonomischer Stabilität zu gewährleisten, damit automatische Konvergenz eintritt.
Die Unternehmensunterdimensionierung wird als zentrales Problem von Volkswirtschaften wie der portugiesischen identifiziert, wo mehr als 95% des Produktionsgefüges aus Mikrounternehmen mit einem Durchschnitt von 3,3 Arbeitnehmern bestehen. Der Maßstab stellt ein unverzichtbares Vehikel für Innovation und für die Aktivierung dynamischer steigender Skalenerträge dar, aber viele KMU bleiben aufgrund der sogenannten „Besitzkultur" in der Unterdimensionierung gefangen, gekennzeichnet durch die Konzentration des familiären Eigentums, die Zentralisierung der Entscheidungen beim Gründer und die geringe Öffnung für externes Kapital und externe Kompetenzen.
Die „Geographie des Misstrauens" wird als Konzept präsentiert, das Paul Krugmans Neue Wirtschaftsgeographie mit Francis Fukuyamas Theorie des Sozialkapitals verknüpft: In Regionen mit niedrigem Sozialkapital fungiert Misstrauen als Transaktionskosten, die das Teilen von implizitem Wissen, die Bildung von Kooperationsnetzen und die Gründung von leistungsstarken industriellen Distrikten blockieren. Dieses Phänomen verschärft sich durch den Beitritt zur Eurozone, der den Wechselkurspuffer beseitigte, der die KMU Südeuropas während der 1970er und 1980er Jahre aufrechterhalten hatte.
Der Artikel schlägt eine integrierte Agenda in fünf Achsen vor: Reduzierung der regulatorischen Benachteiligungen für Unternehmenswachstum, Professionalisierung von Familienunternehmen, Diversifizierung der Finanzierung durch Risikokapital, Verbesserung der Marktselektion durch Eliminierung von Zombie-Unternehmen und Schaffung von Skalensubstituten durch Kooperationsnetze. Der Text schließt mit der Feststellung, dass die europäische wirtschaftliche Konvergenz erst dann verwirklicht werden wird, wenn das institutionelle und unternehmerische Ökosystem es dem menschlichen Talent und dem strategischen Ehrgeiz ermöglicht, sich nachhaltig der technologischen Grenze anzunähern.




