An den europäischen und amerikanischen Börsen war dieser Mittwoch ein Tag der Erholung nach einem von Sorgen geprägten Beginn. Um 8:37 Uhr befand sich der paneuropäische Index Stoxx 600 auf Monatstiefs, gedrückt durch den Rückgang der Anleihenmärkte und die Spannungen im Nahen Osten. Der europäische Nachmittag brachte jedoch Entlastung, wobei der Stoxx 600 nur um 0,2% zurückging. In den Vereinigten Staaten schlossen der S&P 500, der Nasdaq und der Dow Jones die Sitzung mit Gewinnen von 0,46%, 0,45% bzw. 0,56% ab.
Die Zinssätze der Staatsschulden verschiedener Länder erreichten mehrjährige Höchststände, wobei die japanische auf dem Niveau von 1996, die britische von 2008 und die amerikanische von Anfang 2005 lagen. Der Ökonom Filipe Garcia vom Beratungsunternehmen IMF erklärte, dass der Einfluss auf Aktien durch die Bewertung der Unternehmen erfolgen kann, da höhere Zinsen die Abzinsungsfaktoren für zukünftige Cashflows verändern, warnte jedoch, dass das Hauptrisiko eine Vertrauenskrise auf globaler Ebene wäre, obwohl er einen US-Schuldenausfall für unwahrscheinlich hält.
An den amerikanischen Märkten waren Bewertungen basierend auf Investitionen von Technologieunternehmen in künstliche Intelligenz eine Quelle der Entlastung. Lauren Cassidy vom Founders 100 ETF sagte gegenüber Reuters, dass die KI-Einführung noch in einer Anfangsphase sei und dass die durch KI angetriebenen Rekord-Finanzergebnisse den Bullenmarkt bestätigt hätten. Auch in Europa waren die soliden Ergebnisse in der jüngsten Berichtssaison eine Erleichterung für die Investoren.
Mathieu Racheter vom Schweizer Privatbankhaus Julius Baer prognostizierte, dass höhere Renditen eher eine Rotation am Aktienmarkt fördern könnten, anstatt den Trend zu gefährden. Die Empfehlung lautet, die Gewinner des Technologie- und KI-Sektors nicht aufzugeben, sondern andere Ertragsquellen hinzuzufügen, mit einer Präferenz für Value-Aktien, insbesondere den Finanzsektor und Banken.




