Die neuen Enthüllungen über die Beteiligung von Ministern des Obersten Gerichtshofs (Supremo Tribunal Federal) mit dem Bankier Daniel Vorcaro lösten Reaktionen unter den Präsidentschaftskandidaten aus. Minister André Mendonça bestätigte, dass er sich im März vergangenen Jahres mit dem ehemaligen Bankier der Banco Master getroffen hatte. Die Information wurde von der Website ICL Notícias veröffentlicht, die das Treffen enthüllte. Zuvor war bereits die Vertraulichkeit der Gespräche zwischen Vorcaro und einem anderen Minister, Alexandre de Moraes, aufgehoben worden.
Mendonça erklärte, dass es bei dem Treffen um ein Verfahren des Obersten Gerichtshofs ging, das Forderungstitel (precatórios) behandelte, die im Interesse der Bank waren. Der Minister stellte klar, dass er den Termin in seinem offiziellen Kalender eingetragen habe und es sich um ein professionelles Treffen in Bezug auf gerichtliche Fragen handelte.
Der Präsidentschaftskandidat der PL, Flávio Bolsonaro, relativierte die Enthüllung während eines Wahlkampfauftritts in Porto Alegre. Seiner Meinung nach handelt es sich bei der Veröffentlichung des Treffens lediglich um einen „Rauchvorhang" gegen Minister André Mendonça. Bolsonaro verteidigte das Verhalten des Ministers, indem er erklärte, dass Mendonça zum Zeitpunkt des Treffens noch nicht einmal Berichterstatter des Verfahrens war, das die Forderungstitel betraf.
Der Kandidat argumentierte, dass das Treffen einen spezifischen Gegenstand hatte, der offiziell registriert wurde, und dass es sich um etwas völlig Professionelles handelte. Er stellte diese Situation dem gegenüber, was seiner Meinung nach von Alexandre de Moraes getan wurde, obwohl der Satz im Artikel unvollendet blieb. Der Vergleich verdeutlicht den Versuch, das Verhalten der beiden Minister des Obersten Gerichtshofs differenziert darzustellen.




