Der Generalsekretär der Confederation der Landwirte Portugals (CAP), Luís Mira, legte am Donnerstag dem Europäischen Parlament den von ihm verfassten Bericht zur integrierten Bewirtschaftung der Waldbrandrisiken in der Europäischen Union vor. Die Anhörung fand im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (COMAGRI) statt, der aus 49 Europaabgeordneten besteht, von denen zwei portugiesischer Nationalität sind. Die Sitzung wurde live auf der Website des Europäischen Parlaments übertragen.
Luís Mira wurde vom Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) zum Berichterstatter für das Dokument ernannt, dem Beratungsgremium der EU, das Vertreter von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Organisationen der Zivilgesellschaft zusammenbringt. Das Dokument mit dem Titel "Konzept der Europäischen Union zur integrierten Bewirtschaftung von Waldbrandrisiken" wurde Mitte Juli mit großer Mehrheit im EWSA genehmigt.
Der portugiesische Verbandsvorsitzende betrachtete die Vorstellung vor dem COMAGRI als einen wichtigen Moment, der eine strategische Wende in der Art und Weise darstellen könnte, wie Europa mit Waldbränden umgeht. Mira betonte, dass das Dokument einen strukturellen Bruch mit dem aktuellen Modell der Waldbrandbekämpfung erfordert, und plädierte dafür, dass die Europäische Union Waldbrände als dauerhaften Katastrophenschutznotfall betrachten sollte, und nicht als saisonales Phänomen oder als geografisch auf Südeuropa beschränkt.
Der Bericht vertritt ferner die Ansicht, dass die Bewirtschaftung von Waldbrandrisiken als Souveränitätsfrage für die Mitgliedstaaten betrachtet werden sollte. Die CAP betonte, dass die Tatsache, dass ein Portugiese die wichtigste Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisation der EU vor einem spezialisierten Ausschuss des Europäischen Parlaments vertritt, auch ein Grund zum Stolz für Portugal darstellt.




