China bedauerte zutiefst, dass das Treffen der Finanzminister und Zentralbankgouverneure der G20, das am Montag und Dienstag in Asheville im US-Bundesstaat North Carolina stattfand, ohne die Veröffentlichung einer gemeinsamen Erklärung zu Ende ging. Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Guo Jiakun, äußerte diese Kritik auf einer Pressekonferenz, bestätigte jedoch nicht, dass die Meinungsverschiedenheiten auf die Frage der globalen Handelsungleichgewichte zurückzuführen seien, wie in der an ihn gerichteten Frage suggeriert wurde. Guo beschränkte sich darauf zu erklären, dass die verschiedenen Seiten während des Treffens unterschiedliche Standpunkte zu den relevanten Fragen geäußert hätten.
Der Vertreter der chinesischen Diplomatie vertrat die Ansicht, dass die G20 als wichtigstes Forum für internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit die großen weltwirtschaftlichen Fragen objektiv, unparteiisch und ausgewogen auf der Grundlage von Konsens und gleichberechtigter Teilnahme angehen sollte. China erwartet, dass die Vereinigten Staaten als Präsidentschaft der Gruppe mit allen Mitgliedern nach diesen Grundsätzen zusammenarbeiten und die legitimen Bedenken aller Parteien voll und ganz respektieren.
Das Treffen in Asheville konzentrierte sich neben anderen Themen auf wirtschaftliches Wachstum und Staatsverschuldung. Der US-Finanzminister Scott Bessent setzte sich für eine Verringerung der regulatorischen Hindernisse und ein stärkeres Wirtschaftswachstum als Mittel zur Eindämmung der hohen Verschuldungsniveaus ein. Das Treffen war zudem von der wirtschaftlichen Unsicherheit geprägt, die durch den Krieg mit dem Iran und die Schließung der Straße von Hormus verursacht wurde.
Die Generaldirektorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgieva, warnte am Ende des Treffens, dass der Energieschock noch nicht vorbei sei.




