Das portugiesische Technologie-Startup TiJUBU hat am 2. September Pay Intelligence gestartet, ein Modul zur kontinuierlichen Analyse der Gehaltsgerechtigkeit und Vergütungsverwaltung für mittlere und große Unternehmen, begleitet von einem kostenlosen Erstdiagnose-Tool namens Pay Analysis. Die Lösung ermöglicht die Berechnung von Gehaltsunterschieden, bereinigt nach Funktion, Geschlecht, Betriebszugehörigkeit, Seniorität, Leistung und organisatorischer Struktur, und integriert Funktionsarchitektur, Kompetenz-Taxonomie und Vergütungsstrukturen in ein transparentes und prüfbares System. Der Start erfolgt als Reaktion auf die Anforderungen der EU-Richtlinie zur Gehaltstransparenz (2023/970), die im Juni 2023 in Kraft getreten ist.
Portugal hätte die europäische Richtlinie bis zum 7. Juni 2026 in nationales Recht umsetzen müssen – eine Frist, die nicht eingehalten wurde. Am 5. August veröffentlichte die Regierung den Entwurf des Umsetzungsgesetzes, das das Gesetz Nr. 60/2018 ändert und bis zum 25. August zur öffentlichen Anhörung auslag. Der bekannte Text erweitert die Berichtspflichten auf Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten und sieht einen gestaffelten Zeitplan vor: Unternehmen mit 250 oder mehr Beschäftigten sowie Unternehmen mit 150 bis 249 Beschäftigten müssen ihre Vergütungsunterschiede bis zum 7. Juni 2027 melden, während Unternehmen mit 50 bis 149 Beschäftigten bis 2031 Zeit haben.
Die Verordnung verschärft das Sanktionsregime für Wiederholungstäter und verlängert die Vermutungsfrist für Vergeltungsmaßnahmen gegenüber Arbeitnehmern, die wegen Vergütungsdiskriminierung Beschwerde einlegen, von einem auf drei Jahre. Die Genehmigung durch die Versammlung der Republik und die präsidiale Verkündung stehen noch aus, sodass der endgültige Zeitplan und einige Anwendungdetails noch nicht bestätigt sind. Die Behörde für Arbeitsbedingungen überwacht die Einhaltung jedoch weiterhin auf Basis der bereits geltenden nationalen Gesetzgebung.
Laut TiJUBU kann für Unternehmen mit 1.000 bis 5.000 Mitarbeitern der Unterschied zwischen ad hoc Management und strukturiertem Vergütungsmanagement einen geschätzten jährlichen Impact zwischen 500.000 und zwei Millionen Euro darstellen, unter Berücksichtigung direkter Einsparungen und gemindertem Risiko. Der Mitgr




