Die Belastungen für die Staatsschulden setzen sich am zweiten Tag in Folge fort, wobei mehrere Länder erleben, wie ihre Anleihen sich Mehrjahres- oder Mehrjahrzehntshochs annähern oder diese erreichen. Die Wiederauflebung des Konflikts im Nahen Osten, die den Ölpreis erneut in die Höhe trieb, dürfte die Inflation verschärfen und die westlichen Zentralbanken zu weiteren Leitzinserhöhungen veranlassen, was die Investoren veranlasst, Staatsanleihen zu verkaufen.
In Deutschland erreichten die zehnjährigen Bunds am Vormittag 3,375%, ein neues Hoch seit 2011. Die zehnjährigen japanischen Anleihen blieben mit 3,016% über der 3%-Marke, nachdem sie diese Barriere am Dienstag zum ersten Mal seit 31 Jahren durchbrochen hatten. In den Vereinigten Staaten blieben die zehnjährigen Staatsanleihen über 4,8%, während die britischen zehnjährigen Gilts mit 5,294% neue Höchststände von 2008 erreichten.
In Portugal erreichten die zehnjährigen Anleihen 3,747% und markierten damit neue Höchststände seit 2023. Bei anderen Laufzeiten gab es noch deutlichere Anstiege: Die vierjährigen Anleihen stiegen um 4,5 Basispunkte auf 3,186%, während bei sechs Jahren der Anstieg 4,1 Basispunkte auf 3,348% betrug. Die 20-jährigen Anleihen legten um 2,4 Basispunkte auf 4,252% zu.
Im Gegensatz zu den meisten westlichen Volkswirtschaften profitiert Portugal von der Verringerung der Staatsverschuldung und der Haushaltskorrektur der letzten Jahre, die den Investoren größeres Vertrauen verleihen. Der neue Feuerwechsel zwischen Amerikanern und Iranern in der Straße von Hormus lässt eine neue Inflationswelle erwarten, was neue Zinserhöhungen in der Eurozone, den USA und dem Vereinigten Königreich sicherstellen und die Kosten für bereits hoch verschuldete Länder erhöhen dürfte.




