Die Enthüllungen stürzten den Obersten Bundesgerichtshof in eine beispiellose Krise in 135 Jahren seiner Geschichte. Ein Bericht der Bundespolizei legte die gefährlichen Beziehungen zwischen Richter Alexandre de Moraes und dem Bankier Daniel Vorcaro offen, der im Zentrum von Betrugsdelikten in Milliardenhöhe stand. Vorcaro, der sich einer Untersuchung unterzog, wandte sich an Moraes, um Rat und Schutz zu erhalten.
Drei Tage vor seiner Verhaftung schickte Vorcaro dem Richter eine Nachricht mit den Worten: „Wir sind immer zusammen. Du weißt, dass ich dir mein Leben lang dankbar bin." Am nächsten Tag fragte der Bankier Moraes, ob er aus dem Land fliehen sollte, und fragte, ob sie etwas unternehmen könnten und ob er bis Montag außer Landes sein sollte.
Vorcaro wurde beim Versuch abgefangen, nach Dubai zu fliegen. Die Antworten des Richters wurden gelöscht, aber die Bundespolizei stellte fest, dass Moraes die Grenzen zwischen öffentlichem und privatem Bereich überschritten hatte. Der Bericht enthüllte auch, dass Moraes der Letzte war, der einen Vertragsentwurf bearbeitete, der den Bankier betraf.
Die Krise stellt schwerwiegende Verdachtsmomente gegen den Richter, den internen Machtkampf im Gericht selbst und den Kontext der Präsidentschaftswahl in den Mittelpunkt – in einem heiklen Moment für den Obersten Bundesgerichtshof.




