Am 3. September 2025 führte ein Entgleisen des Aufzugs Gloria in Lissabon zu 16 Todesopfern, nachdem sich ein Kabel, das das historische Gerät hielt, gelöst hatte. Kabine 1 wurde praktisch zerstört und Kabine 2 wurde ebenfalls stark beschädigt. Die Ursachen des Unfalls sind noch nicht vollständig geklärt, aber alle historischen Aufzüge der Stadt – Santa Justa, Lavra, Bica und der Aufzug Gloria selbst – wurden vorsorglich außer Betrieb genommen und bleiben geschlossen.
Fast ein Jahr nach der Tragödie stellte die Carris am 31. August auf einer Pressekonferenz ihre Zukunftsvision für den Aufzug Gloria vor. Das Unternehmen plant, bis Ende des ersten Quartals 2027 einen internationalen öffentlichen Ausschreibungswettbewerb für Planung und Bau auszuloben, mit der Erwartung, dass der neue Aufzug bis 2029 in Betrieb geht. Die neue Anlage wird zwei seilverbundene Kabinen behalten, fortschrittliche Technologie mit Echtzeit-Überwachungssystemen integrieren und die historische Identität des alten Aufzugs respektieren. Die Carris weigerte sich, das der Präsentation zugrunde liegende Dokument öffentlich zu teilen, und machte keine Kostenschätzungen, sondern gab lediglich an, dass das Finanzierungsmodell in Abstimmung mit der Stadtverwaltung Lissabon festgelegt wird.
Die übrigen historischen Aufzüge – Lavra, Bica und Santa Justa – haben weiterhin kein Wiedereröffnungsdatum. Nur die Standseilbahn Graça, die 2024 eröffnet und später an die Carris übergeben wurde, wurde am 30. April 2026 nach Validierung der Sicherheitsbedingungen wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Eine Unabhängige Technische Kommission, die sich aus Vertretern der Ordem dos Engenheiros, LNEC, Instituto Superior Técnico, CML, EMEL und Carris zusammensetzt, bewertet die Sicherheitsbedingungen der übrigen Anlagen. Rui Lopo, Präsident der Carris, sagte lediglich, dass die Bewertungen im Gange seien, und berief sich auf „technische Umstände" und die Verzögerung bei der Bereitstellung von Sicherheitsausrüstungen und -systemen.
Das Projekt des neuen Aufzugs Gloria wird von einem Team unter der Leitung des Architekten Ricardo Bak Gordon entwickelt, mit technischer Beratung von Leonor Medeiros in Bezug auf historisches Erbe und Rui Furtado in Bezug auf Ingenieurwesen. Die Calçada da Glória wird ebenfalls saniert, einschließlich des Largo da Oliveirinha, der in einen fußgängerfreundlichen Platz mit Bäumen und Bänken umgewandelt wird. An diesem Ort wird ein Denkmal für die Opfer der Tragödie errichtet. Kabine 2, die den Unfall überstanden hat, wird in ein Museumsstück umgewandelt, um das historische Erbe zu bewahren.




