Das indirekte SIFIDE war jahrelang einer der Haupttreiber für die Kapitalbeschaffung aus dem privaten Sektor im Risikokapital-Ökosystem Portugals. Seine Abschaffung, die vom Ministerrat nach legislativer Genehmigung durch die Assembleia da República beschlossen wurde, ist im Kontext der von Portugal gegenüber der Europäischen Kommission eingegangenen Verpflichtungen zur Reduzierung von Steuervorteilen zu verstehen. Die Autorin, Lurdes Gramaxo, Präsidentin von Investors Portugal, ist jedoch der Ansicht, dass diese Entscheidung auf einer robusteren faktischen Grundlage und mit einer eingehenderen Analyse ihrer Konsequenzen hätte getroffen werden sollen.
Die Autorin widerspricht der Vorstellung, dass das Kapital in den SIFIDE-Fonds „geparkt" war, und betont, dass die Daten das Gegenteil belegen. Ende 2024 hatten die SIFIDE-Fonds rund eine Milliarde Euro, ein Betrag, der bis Februar 2026 bereits auf 549 Millionen Euro gesunken war, so eine Studie von Investors Portugal. Dieses Investitionstempo entspricht der normalen Laufzeit eines Risikokapitalfonds, die zwischen drei und fünf Jahren liegt. Der Barometer für Early-Stage-Investitionen, der im Juli 2026 veröffentlicht wurde, zeigt jedoch, dass 76% der Investoren angaben, im ersten Halbjahr 2026 weniger Investitionen getätigt zu haben, was auf einen Finanzierungsengpass im Ökosystem hindeutet.
Eine Studie der Nova SBE über die wirtschaftlichen Auswirkungen von Risikokapitalfonds und SIFIDE-Fonds in Portugal zeigt, dass zwar zunächst Kosten für den Staat entstehen, diese jedoch temporär sind, während die Vorteile für Unternehmen und die Wirtschaft dauerhaft sind. In den ersten zwei Jahren übersteigen die zusätzlichen Einnahmen aus MwSt., ESt., Sozialbeiträgen und KSt. bereits die Kosten des Steuervorteils. Jede investierten 100 Millionen Euro in Risikokapital generieren über zehn Jahre einen BIP-Anstieg von 1,01%. Risikokapital mehr als verdoppelt die Arbeitsplatzschaffung und den Umsatz der investierten Unternehmen, además de mehr als verdreifacht ihre Rentabilität.
Das nationale Innovationsökosystem hat seine Fähigkeit unter Beweis gestellt, Werte zu schaffen, wobei der Technologiesektor bereits etwa 1% des nationalen BIP ausmacht, mit einem Wachstum von über 10% pro Jahr und rund 28.000 hochqualifizierten Fachkräften. Die Autorin stellt die Frage, welche Instrumente das SIFIDE ersetzen werden, und vertritt die Ansicht, dass die Diskussion sich darauf konzentrieren sollte, wie Portugal die Finanzierung von Innovation und Unternehmertum weiterhin konsistent gestalten will. Sie fordert stabile, vorhersehbare und langfristig ausgerichtete öffentliche Politiken sowie eine nationale Strategie, die Kontinuität und Vertrauen für Investoren und Unternehmer gewährleistet.




