Die Neukonfiguration des Drogenhandels in Lateinamerika nach der Zerschlagung der großen kolumbianischen Kartelle hat Ecuador zu einem der wichtigsten Kokainexportzentren weltweit gemacht. Dieses Phänomen ereignete sich, obwohl das Kokablatt im Land nicht die gleiche kulturelle Tradition hat wie in Nachbarländern wie Kolumbien oder Peru.
Ecuador, das keine verwurzelte „cocalera"-Kultur besaß, wurde in das Zentrum der internationalen Drogenhandelsnetzwerke gezogen aufgrund seiner strategischen geografischen Lage und der Fragilität seiner Grenzen. Die privilegierte geografische Lage des Landes, kombiniert mit institutionellen Schwächen, machte es zu einem attraktiven Korridor für Drogenlieferungen nach Europa und Nordamerika.
Die militaristische Strategie des Präsidenten zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität brachte schwerwiegende Konsequenzen für die ecuadorianische Bevölkerung. Die Bürger sind mit täglichen Einschränkungen konfrontiert, da Sicherheitsmaßnahmen ihre Bewegungs- und Vereinigungsfreiheit begrenzen.
Die mit dem Drogenhandel verbundene Gewalt hat signifikant zugenommen und setzt die Zivilbevölkerung wachsenden Risiken aus. Das Land wurde thus zum Schauplatz einer Gewaltspirale, die seine neue Rolle als internationales Kokainhandelszentrum begleitet, mit tiefgreifenden menschlichen und sozialen Auswirkungen auf die Ecuadorianer.



