Wissenschafter der Universität Coimbra haben erstmals die Existenz von Lymphgefäßen im Inneren von Knochen identifiziert – eine Entdeckung, die jahrhundertealtes anatomisches Wissen infrage stellt. Dieser als revolutionär eingestufte Fund wurde vom Team des MIA-Portugal (Mikroumgebung, Immunität und Angiogenese) erzielt.
Die Studie, die nun in der angesehenen wissenschaftlichen Zeitschrift Cell veröffentlicht wurde, zeigt, dass das Lymphnetzwerk nicht nur eine passive Drainagestruktur ist, sondern eine aktive Rolle bei der Knochenregeneration spielt. Die Forscher bewiesen, dass diese Lymphgefäße direkt an den Reparatur- und Erhaltungsprozessen des Knochengewebes im Laufe des Lebens beteiligt sind.
Das Team aus Coimbra konnte diese intraossären Lymphgefäße durch fortschrittliche Bildgebungs- und Zellanalysetechniken visualisieren und charakterisieren und damit ihre Anwesenheit und Funktionalität bestätigen. Diese Entdeckung schreibt das traditionelle Verständnis der Anatomie des menschlichen Skelettsystems neu.
Die Auswirkungen dieser Forschung sind enorm, insbesondere in Bezug auf die Entwicklung neuer Therapien für altersbedingte Erkrankungen wie Osteoporose und andere degenerative Knochenerkrankungen. Die Forscher sind davon überzeugt, dass die Manipulation dieses Lymphnetzwerks den Weg für innovative Behandlungen ebnen könnte, die die Knochenregeneration bei älteren Patienten fördern.



