Olga Benário Prestes wurde im März 1936 in einer Immobilie im Stadtviertel Cachambi in der Nordzone von Rio de Janeiro zusammen mit ihrem Ehemann, dem kommunistischen Führer Luiz Carlos Prestes, verhaftet. Der Polizeieinsatz mobilisierte mehr als 90 Beamte und hatte das Ziel, das Paar zu fassen, das von der Regierung Vargas gesucht wurde. Unmittelbar nach der Verhaftung machte die Regierung ihre Absicht klar, die deutsche Aktivistin aus einer jüdischen Familie nach Deutschland abzuschieben, das zu dieser Zeit bereits von der Nazipartei regiert wurde.
Im Jahr 1936 hatte das Dritte Reich die systematische Ausrottung des jüdischen Volkes noch nicht begonnen, aber die ethnische Verfolgung war bereits intensiv. Die Nürnberger Gesetze von 1935 hatten verschiedenen Rechten deutscher jüdischer Familien entzogen. Adolf Hitler predigte seit Jahren den Hass gegen Juden, und Vargas war über diese Verfolgungssituation informiert. Olgas Schwangerschaft und ihre rechtmäßige Ehe mit Prestes reichten nicht aus, um die Entscheidung der brasilianischen Regierung zu ändern.
Am 28. August 1936, vor genau 90 Jahren, unterzeichnete Getúlio Vargas ein Dekret, das die Abschiebung von Olga Benário Prestes nach Nazi-Deutschland anordnete. Die Entscheidung ignorierte völlig die Appelle der Aktivistin, die versuchte, ihren Status als schwangere Ehefrau eines Brasilianers zu nutzen, um die Auslieferung zu verhindern. Olgas Schicksal im Nazi-Deutschland war die Verhaftung und später der Tod im Konzentrationslager Auschwitz.




