Die Autorin Isabel Duarte nimmt den Vergleich zwischen Krebs und der Alzheimer-Krankheit wieder auf, den sie in einer früheren Kolumne angestellt hatte. Diesmal jedoch erweist sich der Zusammenhang zwischen den beiden Krankheiten als eigenartiger: Seit Jahrzehnten deuten verschiedene Studien darauf hin, dass Krebs und die Alzheimer-Krankheit sich offenbar gegenseitig zu meiden scheinen, wobei Menschen, die Krebs hatten, im Durchschnitt eine geringere Wahrscheinlichkeit haben, Alzheimer zu entwickeln. Eine im Jahr 2020 veröffentlichte Metaanalyse schätzte diese Reduktion auf etwa 11 %.
Eine in diesem Jahr in der Zeitschrift Cell veröffentlichte Studie legt nahe, dass dieser Zusammenhang eine biologische Erklärung haben könnte. Forscher implantierten menschliche Tumore der Lunge, der Prostata und des Dickdarms in Mäuse, die als Modell für die Alzheimer-Krankheit verwendet wurden. Das Ergebnis war unerwartet: Die Tiere mit Tumoren entwickelten weniger Beta-Amyloid-Plaques im Gehirn und zeigten bessere kognitive Leistungen in Tests.
Die Forscher identifizierten ein Protein namens Cystatin




