Der Artikel vertritt die Auffassung, dass Kultur als produktiver Wirtschaftssektor behandelt werden sollte und nicht nur als Sozialausgabe. UNESCO-Daten zeigen, dass die Kulturindustrien 3,1% des globalen BIP und 6,2% der weltweiten Beschäftigung ausmachen. In der Europäischen Union gab es 2022 2,03 Millionen Kulturunternehmen, die einen Umsatz von rund 503 Milliarden Euro erwirtschafteten. Portugal weist jedoch den geringsten relativen Kulturanteil an der Bruttowertschöpfung unter den sechs Mitgliedstaaten mit vergleichbaren Daten auf, mit nur 2,3% im Jahr 2020, was einen unterfinanzierten Sektor offenbart, der übermäßig von unsicheren öffentlichen Fördermitteln abhängig ist.
Loulé tritt als vorbildlicher Fall dieser Transformation hervor. Nach mehr als zwei Jahrzehnten, in denen Kultur als strukturelle Investition behandelt wurde, hat die Gemeinde eine Kommunale Kultstrategie mit Horizont 2034 entwickelt und die Stadt um die Portugiesische Kulturhauptstadt 2028 beworben. Die Gemeinde hat mehr als tausend Bewohner und fünfzehn Sitzungen von Bürgerlaboren in die Erarbeitung der Strategie eingebunden und die Förderung des kulturellen Vereinswesens verdreifacht, von 18 auf 44 unterstützte Vereine zwischen 2013 und 2025, wobei die kommunale Investition im gleichen Zeitraum von 164.600 auf 884.095 Euro gestiegen ist.
Die Strategie von Loulé basiert auf drei ergänzenden Dimensionen. Aus menschlicher Sicht besuchten mehr als 365.000 Personen die kommunalen Kultureinrichtungen und es wurden rund 1.200 Maßnahmen zur kulturellen Vermittlung im Jahr 2025 durchgeführt. Aus territorialer Sicht setzt die Gemeinde auf ein Netz, das über den gesamten Landkreis verteilt ist, vom Cineteatro Louletano bis zum künftigen Centro de Artes, einschließlich der Revitalisierung des Casino Velho in Quarteira und Standorte im Landesinneren, verknüpft mit dem Geopark Algarvensis. Aus wirtschaftlicher Sicht unterstützt das Programm Loulé Criativo Handwerker und kleine Kulturunternehmer bei der Professionalisierung und Internationalisierung.
Die Auswirkungsbewertung der Bewerbung um die Portugiesische Kulturhauptstadt 2028,




