Brasilien hat 14,4 Millionen Menschen mit Behinderung, was 7,3 % der Bevölkerung des Landes entspricht. Bei den Wahlen 2026 haben jedoch nur 499 Kandidaten eine Behinderung bei der Wahlbehörde angegeben, was etwa 2,4 % der Gesamtkandidaturen entspricht. Diese Zahl ist zwar niedrig, stellt aber eine Verbesserung gegenüber den 1,6 % dar, die 2022 registriert wurden, als 476 Kandidaten mit Behinderung um politische Ämter konkurrierten.
Die Studie wurde von der Forscherin Laís Silveira Costa von der Nationalen Schule für öffentliche Gesundheit Sérgio Arouca zusammengestellt, die zur Fiocruz gehört. Die Daten zeigen, dass 2022 von den 476 Kandidaten mit Behinderung, die an den Wahlen teilnahmen, nur acht gewählt wurden, was die Schwierigkeit dieser Bevölkerungsgruppe verdeutlicht, eine effektive Vertretung in der politischen Macht zu erreichen.
Das Profil der Kandidaten mit Behinderung offenbart auch erhebliche Ungleichheiten. In beiden analysierten Wahlen setzt sich die Beteiligung überwiegend aus weißen Männern mit körperlicher Behinderung zusammen. Es wurden keine Kandidaturen von Personen mit intellektueller oder psychosozialer Behinderung registriert. Ein besonders bemerkenswerter Aspekt ist das fünffache Wachstum des Anteils autistischer Kandidaten, der von 2,7 % auf 13,4 % gestiegen ist.




