Chega erwägt, am kommenden Dienstag, den 1. September, einen Misstrauensantrag gegen die Regierung einzureichen, falls Ministerpräsident Luís Neves nicht als Innenminister abberuft. Diese Parlamentsinitiative wurde am Freitag, den 28. August, in Lissabon von der von André Ventura geführten Partei angekündigt. Die Ankündigung erfolgt nach der Kontroverse um die weitere Präsenz von Luís Neves in der Regierung, die laut Chega dem Staatsapparat die Glaubwürdigkeit entzieht.
Pedro Pinto, Fraktionsvorsitzender von Chega, sprach sich für die Dringlichkeit aus, die Regierung zur Verantwortung zu ziehen, und betonte, dass das Ministerium gegenüber der Zivilgesellschaft die moralische Autorität verloren habe. Pedro Pinto erklärte, die Regierung solle einen Vertrauensantrag einbringen, da es sich um eine Regierung handle, der die Portugiesen bereits nicht mehr vertrauen.
Trotz des öffentlichen Drucks zeigt sich die Opposition wenig bereit, die Initiative von Chega zu unterstützen. Die Sozialistische Partei schließt ein sofortiges Zusammengehen mit der politischen Abbruchstrategie im Parlament aus. Eurico Brilhante Dias, Fraktionsvorsitzender der PS, betonte, dass man weit von diesem Szenario entfernt sei, und erklärte, dass etwaige Entscheidungen von den Parteigremien getroffen würden. Die Liberale Initiative lehnte jedes Manöver ab, das zu einem Bild vorzeitiger Instabilität führen könnte, und verteidigte die Regierungsstabilität.
Auf der linken Seite des Parlamentsspektrums übt die Kommunistische Partei Portugals zwar heftige Kritik am Regierungskurs, vermeidet jedoch vorherige Zusagen bezüglich Initiativen anderer politischer Kräfte. Paula Santos, Fraktionsvorsitzende der PCP, wies den Weg des politischen Kampfes im Parlament und war der Ansicht, dass das Handeln der von Luís Montenegro geführten Regierung katastrophal für das Leben der Menschen sei. Die Ablehnung des Misstrauensantrags erscheint als das wahrscheinlichste Szenario im Parlament.




