Die belgischen Behörden senden Vorladungen an Asylbewerber, damit diese bei den Einwanderungsbehörden erscheinen, um ihren Antrag auf internationalen Schutz zu „vervollständigen". Wenn die Migranten jedoch erscheinen, werden sie festgenommen, anstatt die Möglichkeit zu erhalten, ihre Verfahren abzuschließen.
Das belgische Asylsystem steht vor einer erheblichen Krise, mit Tausenden von anhängigen Verfahren. Menschenrechtsorganisationen warnen, dass diese Praxis gegen das Völkerrecht und europäisches Recht verstößt, da Asylbewerber das Recht haben, dass ihre Anträge vor jeder Festnahme geprüft werden.
Die betroffenen Migranten berichten, dass sie sich freiwillig melden in dem Glauben, lediglich zusätzliche Dokumente oder Erläuterungen vorzulegen. Die Festnahme erfolgt häufig in Aufnahmeeinrichtungen oder in den eigenen Räumlichkeiten der Einwanderungsbehörden, wo sie überraschend Festnahmeanordnungen erhalten.
Nichtregierungsorganisationen, die diese Fälle begleiten, sind der Ansicht, dass die belgische Regierung diese Vorladungen als Falle benutzt, um irreguläre Migranten zu verhaften, was gegen das grundlegende Prinzip verstößt, dass die Beantragung von Asyl nicht zu einer automatischen Festnahme führen sollte.



