Die DECO – Portugiesische Verbraucherschutzorganisation – hat die Rechtmäßigkeit eines Protokolls in Frage gestellt, das Festpreise für Taxis ab dem Flughafen Lissabon festlegt, und ist der Ansicht, dass die Maßnahme Verbraucher benachteiligen und die Wahl des Taxamters einschränken könnte. Das Protokoll wurde am 11. September von repräsentativen Taxi-Unternehmensverbänden, der Stadtverwaltung Lissabon, der ANA – Aeroportos de Portugal und der Vereinigung für Lissaboner Tourismus unterzeichnet und sieht Festpreise von 16 Euro für Zone 1 und 19 Euro für Zone 2 während der Tagstunden an Werktagen vor, die auf 20 bzw. 23 Euro in Nachtstunden, an Wochenenden und Feiertagen steigen.
Der Jurist Paulo Fonseca von der DECO kritisierte, dass das Protokoll dem Verbraucher keine echte Wahlmöglichkeit bietet, da die teilnehmenden Taxis auf dem exklusiven Taxistandplatz des Flughafens operieren werden. Nach Angaben des Juristen ist die Verordnung der Behörde für Mobilität und Verkehr, die die Einführung von Festpreisen ermöglichen würde, derzeit nicht in Kraft, weshalb das Protokoll Bedingungen schafft, die nicht im Interesse der Verbraucher sind. Fonseca wies ferner darauf hin, dass der Flughafen Lissabon praktisch im Stadtzentrum liegt, im Gegensatz zu vielen anderen internationalen Flughäfen, was den Vergleich mit Tarifen anderer Länder unangemessen macht.
Die DECO teilte mit, dass sie bei der Ausarbeitung des Protokolls nicht angehört wurde, und kritisierte das Fehlen einer Konsultation der Verbrauchervertreter. Die Organisation kündigte an, dass sie Aufklärung fordern und die Bedingungen prüfen wird, unter denen das Dokument in Kraft treten könnte, und erklärte, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um zu verhindern, dass das Protokoll in seiner aktuellen Form umgesetzt werden kann. Das Protokoll, das als Übergangsregelung bis zur Verabschiedung einer spezifischen Kommunalverordnung dargestellt wird, sieht auch die Ausweitung des ATL-Gutscheinsystems, obligatorische elektronische Zahlungsmittel und ein Akkreditierungssystem für den Zugang zum Flughafen-Taxistandplatz vor.
Die Maßnahme folgt auf zahlreiche Beschwerden von Passagieren, insbesondere Touristen, wegen überhöhter Gebühren und Ablehnung von Fahrzielen. Eine von der PSP im August durchgeführte Kontrolle stellte 67 Verstöße bei rund 100 überprüften Taxis fest.




