Die Kandidatur von Vila Viçosa als UNESCO-Weltkulturerbe ist in eine neue Phase eingetreten, nachdem Vertreter des Internationalen Rates für Denkmäler und Stätten (ICOMOS) die technische Bewertung vor Ort durchgeführt haben. Während der Mission wurden die in das Kandidaturgebiet integrierten Räume besucht und die für die Erstellung der technischen Berichte erforderlichen Elemente gesammelt, die an den UNESCO-Hauptsitz in Paris übermittelt werden. Der Inhalt der erstellten Beobachtungen ist nicht öffentlich bekannt.
Die endgültige Entscheidung über die Eintragung von Vila Viçosa in die Welterbeliste wird für die 49. Tagung des Welterbekomitees erwartet, die vom 27. Juni bis 7. Juli 2027 in Istanbul in der Türkei stattfinden soll. Es ist auch eine neue technische Sitzung geplant, die zunächst für November angesetzt war, aber möglicherweise im Dezember stattfinden wird, mit der Beteiligung des Vizebürgermeisters der Gemeinde, Tiago Salgueiro, und Mitgliedern des technischen Teams der Kandidatur.
Die Kandidatur ist seit dem 31. Januar 2017 in der portugiesischen Vorschlagsliste eingetragen, mit der Bezeichnung „Vila Viçosa, eine renaissancezeitliche Herzogstadt", die das historische Zentrum des Ortes und die Königliche Tierhecke (Tapada Real) umfasst, ein Gebiet, das sich auch über die Gemeinden Borba und Elvas erstreckt. Der Vorschlag basiert auf dem historischen und kulturellen Wert im Zusammenhang mit der renaissancezeitlichen Stadtplanung, der Verbindung zum Haus Braganza, der Präsenz von Marmor in der Architektur und im öffentlichen Raum sowie der Einzigartigkeit der Königlichen Tierhecke.
Die technische Stellungnahme des ICOMOS ist für die Bewertung der Kandidatur von Bedeutung, aber die Entscheidung liegt beim Welterbekomitee. Die vor Ort durchgeführte Bewertung entspricht nicht einer Klassifizierung und lässt auch keine Rückschlüsse auf die Entscheidung zu, obwohl das Fehlen einer anderen portugiesischen Kandidatur für 2026 als günstiger Faktor im Werdegang von Vila Viçosa angesehen wird.




