Die Regierung Russlands warnte am Freitag, dass Litauen ein Ziel der russischen Strategischen Streitkräfte werden könnte, falls es Atomwaffen auf seinem Territorium stationiert. Der Sprecher der russischen Präsidentschaft, Dmitri Peskow, erklärte in einem Interview mit dem russischen Staatsfernsehen, dass Litauen automatisch ins Visier der russischen Atomwaffen geraten werde, sollten dort Atomwaffen auftauchen, die auf Russland gerichtet seien.
Peskow betrachtete diese Entscheidung als etwas Vorhersehbares und als eine Verschärfung der Spannungseskalation. Der Sprecher erklärte, dass, falls Litauen Atomwaffen auf seinem Territorium stationiere, diese unweigerlich nach Osten gerichtet sein würden, das heißt gegen Russland, und nicht gegen den Westen.
Am Donnerstag erklärte der Präsident des litauischen Parlaments, Juozas Olekas, dass das Gremium plane, in Kürze eine Verfassungsänderung zu verabschieden, um das Verbot der Stationierung von Massenvernichtungswaffen auf litauischem Territorium aufzuheben. Olekas vertrat die Ansicht, dass der Artikel der Verfassung, der geändert werden soll, die aktuellen geopolitischen Realitäten nicht mehr widerspiegele.
Dem Portal LRT.lt zufolge würden die vorgesehenen legislativen Zeitpläne wahrscheinlich eine Verlängerung der Herbstsitzungsperiode bis zum 13. Januar 2027 erforderlich machen, um diese Verfassungsänderung zu verabschieden.




