Am 28. Juli 1945 verirrte sich ein B-25-Bomber der US-Armeeluftstreitkräfte im Nebel über New York und traf die oberen Stockwerke des Empire State Buildings, das zu dieser Zeit das höchste Gebäude der Welt war. Der Aufprall riss eine große Wunde in die Fassade des berühmten Wolkenkratzers von Manhattan.
Der Einschlag löste Brände in den oberen Stockwerken aus und kostete 14 Menschen das Leben. Unter den Toten waren die drei Besatzungsmitglieder des Militärflugzeugs. Die Leichen der Piloten wurden in den Trümmern nie gefunden.
Unter den Toten und Verletzten gab es außergewöhnliche Fälle. Eine Aufzugsführerin, Betty Lou Oliver, wurde in den Aufzugsschacht geschleudert und stürzte etwa 75 Stockwerke tief in ihrer eigenen Kabine. Sie überlebte den Sturz – ein Fakt, der in die Annalen der Geschichte als ein Wunder eingegangen ist.
Der Unfall verdeutlichte die Risiken, dicht besiedelte städtische Gebiete mit Militärflugzeugen bei schlechten Sichtbedingungen zu überfliegen. Das Ereignis ereignete sich nur Wochen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, in einer Zeit, in der der militärische Luftverkehr über New York noch häufig war.



