Der Meinungsartikel von Tony Neves, geschrieben aus Rom, befasst sich mit der Rolle der Künstlichen Intelligenz im Krieg und warnt, dass diese die Entscheidung über Leben und Tod schneller und unpersönlicher macht und den Einsatz von Gewalt als unmittelbare Option präsentiert. Der Autor zitiert päpstliche Dokumente, um zu unterstreichen, dass die digitale Revolution die Grammatik der Konflikte verändert und dass die Grenze zwischen Schutz und Aggression sich auflöst.
Paul VI. prägte den Ausdruck „Zivilisation der Liebe" während des Kalten Krieges in einem Kontext von Wettrüsten und wirtschaftlichen Ungleichgewichten. Papst Franziskus vertiefte dieses Konzept in der Enzyklika Fratelli Tutti und vertrat die Ansicht, dass nur die soziale Liebe, die in der Lage ist, Kultur und Norm zu werden, eine stabile internationale Ordnung hervorbringen kann. Derzeit normalisiert sich der Krieg und wird als Instrument der internationalen Politik eingesetzt, vorbereitet durch simplistische Narrative, Freund-Feind-Logiken, Desinformation und Angst.
Papst Leo XIV. bekräftigt die Notwendigkeit, die Theorie des „gerechten Krieges" zu überwinden und sie durch Dialog, Diplomatie und Vergebung zu ersetzen. Er erkennt jedoch an, dass die enormen wirtschaftlichen Interessen hinter dem Krieg diesen Übergang erschweren, insbesondere wenn die Rüstungsindustrie ein Schlüsselsektor in einigen Volkswirtschaften ist. Neue bewaffnete Akteure sind aufgetaucht, wie dschihadistische Gruppen, private Milizen und kriminelle Netzwerke, deren Ziel nicht mehr der endgültige Sieg ist, sondern die Aufrechterhaltung des Konflikts als Quelle von Macht und Einkommen.
Beim Aufbau der Zivilisation der Liebe schlägt Papst Leo XIV. fünf Verantwortungsspuren vor: die Worte entwaffnen, Frieden in Gerechtigkeit aufbauen, den Blick der Opfer übernehmen, einen gesunden Realismus pflegen und den Dialog und den Multilateralismus wiederbeleben. Papst Franziskus hatte gewarnt, dass die Verwendung des Namens Gottes zur Leg




